Fristgerechter Abschluss der Arbeiten trotz enger Straßen und sich kreuzender Leitungen

Innerhalb von 1,5 Tagen eingefädelt: Verwendung von flexiblen Fernheizkabeln ermöglicht Erweiterung des Fernwärmenetzes in historischer Altstadt von Nordhausen

20.12.17 | Unternehmen

Im thüringischen Nordhausen werden immer mehr Gebäude mit Fernwärme versorgt. Dazu zählt seit neuestem auch das St.-Josefs-Haus der CARITAS, das sich mitten in der historischen Altstadt befindet. Entsprechend schwierig gestalteten sich die Anschlussarbeiten an das Fernwärmenetz:

Zum einen befinden sich dort viele besonders enge Gassen mit Kopfsteinpflaster, zum anderen wurden bereits zahlreiche andere Leitungen verlegt, sodass nur die Verwendung einer flexiblen Rohrleitung in Frage kam. Die Verantwortlichen der Energieversorgung Nordhausen GmbH (EVN) entschieden sich deshalb dazu, den Anschluss an das Fernwärmenetz mit einem FLEXWELL Fernheizkabel durchzuführen. Im Vergleich zu starren Rohren müssen dabei keine U-Dehnungsbögen oder Z-Versprünge installiert werden. Daneben zeichnet sich das Rohr durch seine hohe Flexibilität aus, sodass es sich besonders bei engen Platzverhältnissen bewährt. Die Verlegung von 312 m Rohr konnte innerhalb von nur 1,5 Tagen ohne Kompensationsmaßnahmen und Verbindungsstellen im Erdreich abgeschlossen werden.  

 

Seit 1993 betreibt die EVN mehrere Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung und versorgt damit circa 8.000 Haushalte und Unternehmen mit Fernwärme. Das Energieversorgungsunternehmen beschränkt sich dabei nicht nur auf den Anschluss von neu erschlossenen Baugebieten, auch die historische Altstadt erhält zunehmend Fernwärme. So kürzlich auch das St.-Josefs-Haus der CARITAS, das mitten in der Kernstadt steht. Dabei waren jedoch besondere Herausforderungen zu beachten, wie Dominique Brandl, Projektleiter der Energieversorgung Nordhausen GmbH, beschreibt: „In der Altstadt stehen die Häuser dicht an dicht, was größere Baumaßnahmen und Grabungsarbeiten in den engen Gassen massiv erschwert. Außerdem sind im Boden bereits zahlreiche andere Leitungen, zum Beispiel für Gas, Wasser und für die Telefon- und Internetverbindung platziert, sodass die Verlegung einer zusätzlichen Rohrleitung guter Planung bedarf.“

 

Schwierige Bedingungen erfordern flexible Lösung

 

Darüber hinaus war es der EVN wichtig, dass der Geschäftsbetrieb in der Innenstadt so wenig wie möglich von den Baumaßnahmen beeinträchtigt wurde. Aus diesem Grund wurde nach einer flexiblen Lösung gesucht, die sich trotz der erschwerten Bedingungen schnell verlegen und anschließen lässt. Über die RBG Rohrsysteme  Beratungsgesellschaft mbH in Chemnitz, die die Rohrsysteme der BRUGG Rohrsysteme GmbH vertreibt, wurde die EVN schließlich auf das FLEXWELL Fernheizkabel 98/171 DN 80 aufmerksam. „BRUGG war uns bereits als Hersteller von flexiblen Rohrsystemen bekannt. Außerdem haben wir in vorangegangenen Projekten Erfahrung mit unterschiedlichen Produkten des Herstellers gemacht und konnten uns von der Qualität und dem geringen Montageaufwand überzeugen“, erklärt Brandl.

 

Den im Vergleich zu gewöhnlichen Systemen geringen Aufwand bestätigt auch Herbert Streletzki, Produktmanager bei der BRUGG Rohrsysteme GmbH: „Wird ein klassisches Kunststoffmantelrohr verwendet, muss der Rohrgraben auf die nötigen Bauarbeiten ausgelegt sein. Hier ist es nicht mit dem Verlegen der Rohre getan; häufig müssen noch Kompensationsmaßnahmen durchgeführt werden. Dafür werden etwa U-Dehnungsbögen oder Z-Versprünge eingesetzt, die viel Platz benötigen.“ Außerdem müssen Kopflöcher mit ausreichend Raum für das Verschweißen und Nachisolieren der Rohre vorhanden sein. Schließlich ist es notwendig, die Leitungen zusätzlich zu polstern. Dies bedeutet einen hohen bautechnischen Aufwand. Daneben muss ein erheblicher Zeitaufwand veranschlagt werden, denn diese Maßnahmen erfordern einen großen Organisationsaufwand, da die einzelnen Arbeitsschritte terminlich abgestimmt werden müssen.

 

Baumaßnahmen innerhalb von 1,5 Tagen abgeschlossen

 

Auf viele dieser Maßnahmen kann bei der Verlegung des FLEXWELL Fernheizkabels verzichtet werden, was die Planung erheblich vereinfacht und entsprechend verkürzt. So auch bei dem Projekt in Nordhausen: Die Verlegung wurde Anfang September 2017 an 1,5 Tagen durchgeführt und die Zeitplanung sehr genau abgestimmt: „Die Rohrverlegungsarbeiten begannen um acht Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt bereitete der Bagger am anderen Ende des Rohrgrabens noch die restlichen Meter des Untergrunds für die Verlegung vor“, so Streletzki über das Projekt. Installiert wurden zwei FLEXWELL Fernheizkabel des Typs 98/171 DN 80 mit jeweils 156 m Länge, welches hohe Sicherheit durch ein gewelltes Stahlmantel-Außenrohr verspricht und hohe Erd- und Verkehrslasten aufnehmen kann.

 

Besonders bei der Verlegung hat das Rohr Vorteile: Es ist höchst biegsam und theoretisch „endlos“ und es können – nennweitenabhängig –

bis zu 1.000 m in einem Stück geliefert werden. „Das FLEXWELL Fernheizkabel kommt ohne weitere Verbindungen im Erdreich aus, weshalb ein hoher Korrosionsschutz gegeben ist. Durch seine Flexibilität kann das Rohr auf kürzestem Weg zwischen den gewünschten Punkten verlegt werden, sodass kostenintensive Umwege vermieden werden“, erläutert der Produktmanager.

 

Weitere Zusammenarbeit denkbar

 

Diese Eigenschaften haben sich besonders bei dem Projekt in Nordhausen bewährt: Das Rohr musste durch die bereits verlegten Leitungen regelrecht hindurchgefädelt werden, was bei der Verwendung eines starren Rohres zu einem großen bautechnischen und zeitlichen Aufwand geführt hätte. „Etwa in der Trassenmitte kreuzten eine Gasleitung, ein Wasserrohr und eine Stromleitung den direkten Weg zum CARITAS-Gebäude. Die Verlegung über die Stromleitung war dabei nicht möglich, da der Rohrscheitel in diesem Fall bereits in Höhe der Pflasterung gelegen hätte“, berichtet Streletzki. Die einzige Möglichkeit bestand deshalb darin, ein unter der Stromleitung befindliches Betonfundament zu beseitigen. Dafür beriet sich BRUGG mit dem vor Ort befindlichen Vertreter der EVN und dem Leiter des anwesenden Tiefbauunternehmens. Schnell wurde beschlossen, dass das Fundament abgerissen werden muss. Anschließend wurde die Gas- und Wasserleitung über- und die Stromleitung unterquert, was Präzisionsarbeit bedeutete und nur durch die besonders hohe Flexibilität des Rohres möglich wurde – und durch die schnelle Abstimmung der einzelnen Gewerke. Auf diese Weise konnte die geplante Bauzeit von 1,5 Tagen eingehalten werden.

 

Flexibilität zeigten die beteiligten Unternehmen auch bei der Herstellung des Sandbettes: Aufgrund des engen Zeitplanes wurde dieses erst nach der Rohrverlegung hergestellt. Die Grabensohle wurde vor der Verlegung verdichtet, um Beschädigungen des Außenmantels während der Bauarbeiten zu verhindern. Alle Vorgaben konnten – trotz diverser Herausforderungen – gemäß den Terminvorgaben umgesetzt werden. Dementsprechend zufrieden war auch die EVN mit der Zusammenarbeit mit BRUGG: „Die komplette Projektplanung war von Anfang an sehr gut durchdacht. Dadurch konnten auch die tatsächlichen Arbeiten mit allen Gewerken sehr schnell durchgeführt und der Termin fristgerecht eingehalten werden.“ Aufgrund der vorangegangenen Erfahrungen kann sich die EVN für die Zukunft sehr gut weitere Projekte mit BRUGG vorstellen.

(Quelle: Pressebüro Gebhardt-Seele / ABOPR Pressedienst B.V. , Leonrodstraße 68 ,  
D-80636 München)

 

 

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