Ergebnisse der KWK-Ausschreibung durch Bundesnetzagentur veröffentlicht

KWK: Hohe Zuschlagswerte trotz steigendem Wettbewerb

17.12.18 | Wirtschaft

Am Mittwoch hat die Bundesnetzagentur die Ergebnisse der dritten Auktion um staatliche Förderungen für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) im Leistungsbereich 1 bis 50 MW veröffentlicht. Die Ausschreibung endete am 3. Dezember 2018.

Insgesamt erhielten von den eingereichten 17 Geboten 11 einen Zuschlag, mit einem Fördervolumen von rd. 78 MW. Mit dem letzten zuschlagsfähigen Gebot wurde der zulässige Rahmen um 1 MW geringfügig erhöht. Damit sinkt das Ausschreibungsvolumen um die genannte Menge für den ersten Auktionstermin im nächsten Jahr. Das höchste Gebot mit Zuschlag lag in dieser Ausschreibungsrunde bei 5,24 ct/kWh, das niedrigste Gebot erhielt mit 3,49 ct/kWh den Zuschlag. Der durchschnittlich, mengengewichtete Zuschlagswert lag dabei bei 4,74 ct/kWh und somit erneut über den bisherigen Werten.

Zuschlagswerte sinken auch in der dritten Runde nicht

Aus Sicht der Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) überraschen die Ergebnisse nicht:

„Die Unterzeichnung in der zweiten Ausschreibung dürfte dazu geführt haben, dass viele Projektentwickler auf einen Erfolg gehofft und dabei Gebote oberhalb des eigentlich für ihr Projekt notwendigen Fördersatzes abgegeben haben“, sagt PwC-Experte Henry Otto. „Vor diesem Hintergrund ist der gestiegene durchschnittliche, mengengewichtete Gebotswert in Höhe von 4,74 ct/kWh nicht überraschend.“

Auch die vergleichsweise niedrigen Zugangshürden dürften teilnahmefördernd gewirkt haben. Insbesondere können Projekte, die von der Bundesnetzagentur keinen Zuschlag erhalten haben, in einer späteren Auktion erneut teilnehmen. So war es auch in einer frühen Projektphase attraktiv, ein Gebot abzugeben – zumal der zu betreibende administrative und finanzielle Aufwand vergleichsweise gering war.

In der Gesamtbetrachtung liegen die Zuschlagswerte trotz steigenden Wettbewerbs über den bisherigen Werten, statt wie erhofft darunter. Diesen Effekt konnte man bereits bei der vorherigen Auktion im Juni 2018 beobachten, bei der der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert bei 4,31 Cent pro Kilowattstunde betrug – gegenüber 4,05 im Dezember 2017.

Ziele der Ausschreibungen bisher nur bedingt erreicht

Die Ergebnisse der dritten Auktionsrunde zeigen aus Sicht der PwC-Experten deshalb, dass Nachbesserungsbedarf beim Ausschreibungssystem für KWK-Anlagen besteht. Denn eigentlich sollten die Ausschreibungen bewirken, dass Anlagenbetreiber – beispielsweise große Energiekonzerne und Stadtwerke – um das Fördergeld konkurrieren und die Zuschlagswerte mit der Zeit sinken.

Tatsächlich wurde den Gewinnern der bisherigen Auktionen sogar mehr Förderung zugesagt, als diese mit den zuvor geltenden, festen Fördersätzen des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) realisiert hätten.

„Ein funktionierender Fördermechanismus für KWK-Anlagen ist im Interesse der Anlagenbetreiber und der Wärmewende“, so Henry Otto. „Die KWK-Technologie ist ein wichtiger Baustein, um die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen.“ Allein im Jahr 2016 führte KWK-Erzeugung zu einer Einsparung von 40 bis 60 Millionen Tonnen CO2.

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