Konsequente CO2-Besteuerung fördert nachhaltiges Wachstum / Nächste Bundesregierung muss entschiedener handeln

WERMUTH AM fordert Initiativen für wirksame CO2-Steuer beim Bonner Klimagipfel

17.11.17 | Politik

Berlin, 17.11.2017 – Bei der Klimakonferenz der UN in Bonn, auf der aktuell Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens diskutieren, wird die Forderung nach einer wirkungsvollen CO2-Besteuerung lauter.

„Abgase haben ihren Preis – und den müssen die Verursacher bezahlen.
Anders wird es keine wirksamen Anreize zur Vermeidung von CO2 geben“, sagt Impact Investor Jochen Wermuth am Rande des COP23-Gipfels. Für den Internationalen Währungsfonds liegt der faire Preis bei 130 Euro je Tonne CO2. Er ist die Summe aus 60 Euro für die lokalen Gesundheitskosten und 70 Euro für die weltweiten Klimaschäden.


Von der künftigen Bundesregierung fordert Wermuth mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen, die wirtschaftlichen Potenziale von Klimaschutz stärker in den Blick zu nehmen. „Wirtschaft und Klimaschutz sind keine Gegensätze. Im Gegenteil: Durch nachhaltiges Wirtschaften und die Ausrichtung auf Zukunftstechnologien werden Arbeitsplätze, Sicherheit und Wohlstand in Deutschland gesichert. Wenn wir in Sachen nachhaltiges Wirtschaften keine echte Vorreiterfunktion übernehmen, wird Deutschland
abgehängt. Kalifornien und British Columbia, oder Firmen wie Solvay, arbeiten längst mit unterstellten Mindestpreisen für CO2 und sind damit höchst wettbewerbsfähig. Wir dürfen nicht mehr auf die EU warten, sondern müssen dem Beispiel Schwedens folgen und eine CO2-Besteuerung einführen. Schweden gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Durch eine gleichzeitige steuerliche Entlastung von geringen Einkommen oder die Reduzierung der Mehrwertsteuer würden Haushalte netto nicht mehr zahlen als zuvor.“


Die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens kann von der nächsten Regierung durch Nutzung marktwirtschaftlicher Anreize erreicht werden. „Bitten wir die Verursacher zur Kasse! Das führt zu mehr Ressourceneffizienz und fördert erneuerbare Energien, Elektromobilität und nachhaltige Landwirtschaft. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert sich“, sagt Wermuth. Außerdem entstünden neue Arbeitsplätze, nicht zuletzt für Flüchtlinge und andere Zuwanderer. Ein den tatsächlichen gesellschaftlichen Kosten entsprechender CO2-Preis würde zudem Investitionen in Entwicklungsländern anregen – da dort CO2 zu geringeren Kosten eingespart werden könnte – und dazu beitragen, die
wichtigste Fluchtursache Armut, zu beseitigen. „Da erneuerbare Energien bereits wettbewerbsfähig sind, kann der Markt heute die Menge der Emissionen bestimmen, sofern die Politik endlich das Verursacherprinzip umsetzt“, sagt Wermuth. Dies müsse nicht sofort zu 100 Prozent geschehen, jedoch muss ein klarer Plan her, damit endlich nicht mehr der Energieverbrauch, sondern die Reduzierung von Emissionen gefördert wird.

Die Kohlendioxid-Steuer würde den Weg hin zu einer Kreislaufwirtschaft ebnen und in eine nachhaltige Zukunft führen. Die Aufgabe des linearen Wirtschaftsmodels und der Wandel hin zu einer "Kreislaufwirtschaft" ist unabdingbar. Die richtigen Anreize für eine "Energie-, Transport- und Verkehrswende" – unter anderem in Form eines fairen CO2-Preises – hält Wermuth daher für unabdingbar für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Das Thema darf in den Koalitionsverhandlungen nicht zu kurz kommen.

Quelle: Wermuth - Asset Management, www.wermutham.com/home.aspx

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