Energiewendeminister Robert Habeck nimmt Power-to-Heat-Anlage in Betrieb

„Power-to-Heat ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende“

05.07.16 | Power-to-Gas Wirtschaft

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Dr. Robert Habeck nimmt heute bei den SWN Stadtwerken Neumünster die neue Power-to-Heat-Anlage in Betrieb. „Power-to-Heat ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende“, sagte er dazu im Vorfeld der Inbetriebnahme am frühen Abend.

Mit einer Leistung von 20 Megawatt und einer Verfügbarkeit innerhalb von fünf Minuten, kann die Anlage starke Schwankungen auffangen, die durch den Einsatz erneuerbarer Erzeugungsanlagen entstehen. Erzeugung und Verbrauch müssen sich im Netz immer die Waage halten, damit der Strom nicht ausfällt. Power to Heat-Anlagen dienen daher zur Stabilisierung und als Puffer im Netz. Im nördlichsten Bundesland übersteigt die Erzeugung aus Erneuerbaren den Strombedarf gerade an windreichen Tagen um ein Vielfaches.

„Das geplante EEG ist mutlos. Die Bundesregierung traut sich nicht, den Weg hin zur nächsten Phase der Energiewende einzuschlagen. Wir brauchen mehr Möglichkeiten, bei Netzengpässen Strom aus Erneuerbaren zu nutzen, statt ihn wegzuschmeißen. Das auf Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zu beschränken, reicht nicht. Genauso brauchen wie mehr Mut zu Experimenten für die Sektorenkopplung. Hier müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit wir testen können, wie die Energiewelt der Zukunft funktioniert.“

„Der aus dem Netz genommene Überschussstrom wird im Elektrodenkessel der Power-to-Heat-Anlage in Dampf überführt und in das lokale Fernwärmenetz eingespeist, an das rund 20.000 private Haushalte und Unternehmen angeschlossen sind“, erklärt SWN-Geschäftsführer Matthias Trunk. Er misst dem „politischen Flankenschutz“ eine große Bedeutung für den erfolgreichen Einsatz der Anlage bei. „Mit dieser Anlage werden Strom- und Wärmemarkt direkt gekoppelt, was aufgrund der fundamentalen Veränderungen am Strommarkt immer wichtiger wird.“

Aktueller EEG-Entwurf betont die Notwendigkeit der Sektorkopplung

Die Bedeutung sektorenübergreifender Technologien zeigt sich auch im aktuellen Entwurf der EEG-Novelle 2016. Nach dem Motto „Nutzen statt Abregeln“ sollen künftig alternative Technologien zur Nutzung von Überschussstrom stärker gefördert werden, anstatt wie bisher Erzeugungsanlagen bei Überlastung der Netze abzuschalten. Power-to-Heat ist dabei eine erprobte Technologie mit hohem Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Strom in Wärme.

Power-to Heat-Anlagen können in zweierlei Hinsicht wichtige Systemdienstleistungen erbringen, erklärt Tobias Assmann, Geschäftsführer von Enerstorage. „Sie sind sehr flexibel und haben kurze Reaktionszeiten. Das prädestiniert sie für die Teilnahme am Regelenergiemarkt und die kurzfristige Entlastung der Stromnetze. Sie können aber auch als zuschaltbare Last direkt erneuerbar erzeugten Strom in anderen Sektoren nutzbar machen.“

Bei Planung, Bau, Betrieb und Vermarktung der Power-to-Heat-Anlage am Regelenergiemarkt arbeitet SWN mit dem Contractingpartner Enerstorage zusammen. Enerstorage betreibt unter anderem Power-to-Heat-Anlagen bei EEW Energy from Waste in Premnitz GmbH, K+S Kali GmbH und Südzucker AG (im Bau) mit einer Gesamtleistung von 65 Megawatt.

Keywords:Power-to-Heat, Sektorkopplung, Energiewende

Thema: Energiewirtschaft, Energieerzeugung

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