14.12.2009
Fußballfans werden sich noch gut daran erinnern: Am 25.06.2008, mitten im EM-Halbfinalspiel Deutschland-Türkei, blieben die Mattscheiben überwiegend schwarz. Ein Stromausfall hatte die Übertragungsleitungen aus Basel lahm gelegt. Von einer funktionierenden "Unterbrechungsfreien Stromversorgung mit Brennstoffzelle" konnte also keine Rede sein. Aber beim Workshop der H2BZ-Initiative Hessen - gemeinsam mit der Fraport AG, der Hessen Agentur und dem ZVEI am Frankfurter Flughafen veranstaltet - wurde viel und kompetent über die "USV" referiert. Und darüber sprachen wir auch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Initiative, Dr. Joachim Wolf.
Im Interview bestätigt Dr. Wolf, dass die Brennstoffzelle zur "Unterbrechungsfreien Stromversorgung" zunächst die Batterie als "Anschubhilfe" braucht. Allerdings bietet die Brennstoffzelle dann in Folge große Vorteile gegenüber einer reinen Batterie-Lösung, da sie ununterbrochen Strom liefert, solange Wasserstoff vorhanden ist. Durch eine flexible Logistik des Wasserstoffs kann somit eine Stromversorgung ohne zeitliche Limitierung sichergestellt werden.
Gehört hatte man im Workshop auch, dass die Angst vor der gedachten Gefahrenquelle "Wasserstoff" oft Ursache dafür ist, dass damit dessen Ersatz in einer Brennstoffzelle bei einer USV-Versorgung zumindest als problematisch angesehen wird.
An Brennstoffzellen-Hersteller wurde von Referenten und in der Diskussion die Forderung gestellt, die Brennstoffzelle nicht allein im Blick zu haben, sondern sie in ein System einzubinden, damit sie beim Verbraucher letztlich auch ankommt… Betont wurde ferner, dass die wirtschaftliche Umsetzung einer Brennstoffzellen-Lösung in USV-Fällen von wesentlichen Faktoren abhängt wie etwa Zuverlässigkeit, Lebenszyklus, Preis oder umfassender Wasserstoffinfrastruktur.
Zu diesen und weiteren Aussagen im Workshop nahm Dr. Wolf ausführlich Stellung, was wir als Audio-Gespräch festgehalten haben.