30.03.2010
Die internationalen Erwartungen in die 18. Weltwasserstoffkonferenz 2010 (WHEC) vom 16. bis 21. Mai in der europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010 / Essen sind nach Dr. Andreas Ziolek, auch Leiter des Kompetenz-Netzwerks Brennstoffzelle und Wasserstoff der EnergieAgentur.NRW, sehr hoch - so seine Aussage in einem O-Ton-Interview.
Die Begründung: "Nicht zuletzt deshalb, weil Deutschland eine gewisse Führungsrolle bei Wasserstoff und Brennstoffzellen übernommen hat – auch vor dem Hintergrund der sehr intensiven und langfristig angelegten Bemühungen der deutschen Bundesregierung, gepaart mit den vielen Aktivitäten auf regionaler Ebene." Dies sei den Kollegen aus aller Welt nicht verborgen geblieben, und man blicke deswegen mit großer Erwartungshaltung auf diese Konferenz in Essen.
Ziolek betont auch, er sei davon überzeugt, von der WHEC 2010 werde insbesondere für die Industrie die wichtige Botschaft ausgehen, dass für die künftige Energieversorgung Wasserstoff und Brennstoffzellen nach wie vor unverzichtbar sein werden und "dass die Aktivitäten auf diesem Gebiet trotz der Weltwirtschaftskrise und trotz der Diskussionen um Batterien und Batterietechnik nicht nachgelassen haben".
Man werde von WHEC zudem sicher Antworten vom "Zustand der Marktvorbereitung" der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie erhalten, zumal es vor allem auch von der Automobilindustrie "kraftvolle Signale zum Stichwort H2Mobility" gebe.
Für das Ruhrgebiet als Energiestandort eröffne sich mit der WHEC 2010 die Chance zu zeigen, wie weit hierzulande der Energiewandel bereits fortgeschritten sei, wie modern und innovativ sich diese Metropol-Region schon verändert habe: "Das wird die vielen Besucher sicher überraschen." Und dies demonstrieren zu können, sei ein ganz wichtiger Impuls für diesen Standort.
Ziolek beschreibt auch die langjährige Zusammenarbeit Nordrhein-Westfalen mit der kanadischen Provinz British Columbia, in der kürzlich die Olympischen Winterspiele 2010 stattgefunden haben, als ein gutes Beispiel dafür, wie man internationalen Benchmark im positiven Sinne organisieren könne. Gerade im Hinblick auf eine erfolgreiche technische Zusammenarbeit habe die kanadische Region viel zu bieten, wie auch gemeinsame Forschungsprojekte zeigten.
Zum Gesprächsschluss noch ein zurzeit viel diskutiertes Thema: "Elektromobiltät" - eine Chance für den Wasserstoff oder ist dieser im Wettbewerb mit Batterien doch eher chancenlos? Dazu bezieht Dr. Ziolek klar Stellung: "Ich sehe diesen Wettbewerb nicht, sondern dass sich diese Technologien exzellent ergänzen, wenn es uns gelingt, sie geschickt miteinander zu verknüpfen."
Dazu mehr im ausführlichen O-Ton-Interview, das Werner Stützel mit Dr. Ziolek geführt hat.
***HyRaMP steht für "European Regions and Municipalities Partnership for Hydrogen & Fuel Cells". Ziel dieser europäischen Partnerschaft ist vornehmlich die Koordinierung der Aktivitäten in 22 Regionen, um die zur Erreichung der Marktreife der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie notwendigen Entwicklungen gemeinschaftlich mit einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis zu realisieren. Aus Deutschland sind neben NRW die Bundesländer Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und die Region Oldenburg-Wilhelmshaven aus Niedersachsen dem Bündnis beigetreten. Neben den deutschen Mitgliedern sind vor allem Regionen aus Spanien und Italien stark in HyRaMP vertreten. Das Sekretariat wird vom Europäischen Wasserstoff-Verband (European Hydrogen Association, EHA) wahrgenommen.