14.09.2010
Die f-cell in Stuttgart kann in diesem Jahr (27.-28. September) ein kleines Jubiläum feiern - sie wird 10 Jahre jung. Trotz ihres jugendlichen Alters hat sie sich als Deutschlands, Europas größter jährlicher Kongresstermin zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen etabliert - mit wachsender Tendenz.
Anlass für eine kleine Rückschau, aber auch für eine Vorschau auf die diesjährige Veranstaltung in wenigen Tagen. Dazu sprach die Redaktion mit Peter Sauber, der mit seiner Agentur die f-cell seit 2001 gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart veranstaltet.
Seit dem f-cell-Start vor einem Jahrzehnt hat sich bei der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie sicherlich Einiges getan, auch wenn man damals sicherlich erwartet hatte, dass der Markteintritt der Branche schneller erfolgt, sagt Peter Sauber im Newsletter-Gespräch. "Gegen alle Unkenrufe" habe sich die f-cell seit ihrem Gründungsjahr kräftig entwickelt, bei "stets guten Teilnehmerzahlen."
2010 nimmt die f-cell erstmals ein Special mit dem Thema "Batterien und Brennstoffzellen bewegen die Zukunft" in das Tagungsprogramm auf. Warum? Peter Sauber: "An dieser aktuellen Entwicklung kommt man eben nicht vorbei." Allerdings möchte er diese Thematik nicht in die vielen weiteren Termine zur Elektromobiltät eingereiht, sondern wegen der großen Verwandtschaft mit dem Wasserstoff und der Brennstoffzelle als integraler Bestandteil der Kongress- und Messeveranstaltung f-cell verstanden wissen.
Es sei schon richtig, so Sauber, dass sich die Elektromobilität kommunikativ an der Brennstoffzelle "vorbei geschmuggelt" habe. Ihm kommt es aber im Rahmen der f-cell darauf an, auch zu verdeutlichen, wo die unterschiedlichen Stärken der jeweiligen Anwendungsbereiche von Wasserstoff, Brennstoffzelle und Batterien liegen.
Schwerpunkt der diesjährigen f-cell ist die stationäre Anwendung, mit der sich zwei Sessions beschäftigen werden. Ergänzt wird dieses Vortragsprogramm unter anderem durch eine Exkursion zum EnBW Betriebskindergarten "Fasanenhof". Als Partner der nationalen Testreihe "Callux" installiert die Energie Baden-Württemberg (EnBW) in den kommenden drei Jahren an verschiedenen Standorten insgesamt 222 Brennstoffzellen-Heizungen. Über eine solche verfügt nun seit März 2010 auch der Betriebskindergarten "Energiebündel" auf dem Fasanenhof.
Dabei gehe es nicht nur um die Demonstration der Rundum-Versorgung einer Kita über eine Brennstoffzellen-Anlage, sondern vor allem um die Integration der Technologie in die Erlebniswelt der Kleinsten. Damit wage die Brennstoffzelle einen bedeutenden Schritt in den Alltag und verliere an futuristischer Distanz, heißt es in der Programmvorschau.
"Aus einer regionalen Keimzelle" hat sich die f-cell seit 2001 zu einem internationalen Branchenereignis entwickelt, sagt Sauber. Verzeichnete das Tagungsprogramm im ersten Jahr noch 37 Referenten, wovon drei aus dem Ausland kamen, sind es diesmal 82 Vortragende, davon 24 ausländische. Unter anderen aus Japan, Kanada und aus den USA.
Noch ein Rückblick zum Schluss des rund 12-minütigen Gesprächs auf die Weltwasserstoffkonferenz WHEC im vergangenen Mai in Essen, die ebenfalls von der Peter Sauber Agentur organisiert wurde. Frage: Haben Sie den Eindruck mitgenommen, dass dem Wasserstoff tatsächlich die Energiezukunft gehören wird? Bestätigung der Erkenntnisse, die Peter Sauber bereits in einem anderen Interview betont hatte: Die WHEC habe gezeigt, dass der Wasserstoff als Energiespeicher ein enormes Potenzial habe, das man heben müsse. Darüber bestehe weltweit Einigkeit.
Das Interview führte Werner Stützel.