Die anhaltende Kältewelle bringt den Brennstoffhändlern in Sachsen-Anhalt deutlich mehr Bestellungen. Viele Hauseigentümer müssen derzeit dringend ihre Heizöltanks auffüllen lassen, denn mit dem strengen Frost ist der Verbrauch extrem gestiegen. Damit steigt die Zahl der so genannten "Kaltsteher".
Halle (dapd/red) - Offenbar hätten einige wohl gedacht, mit ihren Ölbeständen "über den Winter zu kommen", sagte der Geschäftsführer des Mitteldeutschen Brennstoffhandelsverbands (MHV), Horst Gohling, in Halle.
Dabei hätten sich einige Besitzer von Heizölanlagen offensichtlich "verzockt" und auf niedrigere Heizölpreise gewartet. Gohling sprach von sogenannten Kaltstehern, die erst jetzt merkten, dass ihre Heizung und das Wasser kalt blieben.
Diese Beobachtung hat auch Andreas Pieske von der Mundt GmbH in Magdeburg gemacht. Einige Kunden würden offenbar "pokern", wollten auf niedrigere Preise warten. Die Preisentwicklung hängt laut Pieske jedoch von zahlreichen Faktoren ab. Die Preise seien nicht unbedingt in der Heizperiode höher.
Derzeit wird der Tankwagen von vielen Heizölkunden besonders sehnsüchtig erwartet.
(Foto / Abb.: Total)
Die Heizölbestände bei Kunden seien oftmals ohnehin niedrig gewesen, sagte Pieske. Denn Tanks würden nicht immer voll gefüllt. Statt einen 4.000-Liter-Behälter aufzufüllen, bestellten Kunden aus Kostengründen manchmal nur 500 Liter zum Nachfüllen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen steige aber der Verbrauch. Normalerweise könnten Händler meist am nächsten Tag liefern, sagte Pieske. Derzeit müsse jedoch mit Lieferzeiten von 7 bis 14 Tagen gerechnet werden.
Die Preise für Heizöl seien gestiegen, lägen aber noch unter den Höchstwerten vom Juli 2008, sagte Gohling. Damals mussten im Monatsdurchschnitt 95,94 Euro pro 100 Liter Heizöl bei der Abnahme von 3.000 Litern bezahlt werden. Im Januar seien für 100 Liter im Mittel 89,25 Euro fällig gewesen. In den ersten Februartagen seien es bereits 90,25 Euro gewesen. Am Donnerstag kosteten 100 Liter 93,97 Euro. Der Preis werde sich weiter erhöhen, sagte Gohling.
Indes verzeichnete der Verband aber auch eine steigende Nachfrage nach festen Brennstoffen. Seit dem Tiefpunkt beim Absatz von Braunkohlebriketts und Pellets im Jahr 2007 seien die Bestellungen um 60 Prozent gestiegen, sagte Gohling. Viele Hausbesitzer setzten in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst wieder auf Öfen, mit denen sich beispielsweise zwei Räume heizen ließen. Dieser Trend halte seit Jahren an, und damit steige der Bedarf an festen Brennstoffen.
Der Mitteldeutsche Handelsverband für Brennstoffe, Mineralöle und Energieservice versorgt nach eigenen Angaben in Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg rund eine Million Wohnungen mit Wärme. In dem Verband sind etwa 280 Firmen zusammengeschlossen, allein in Sachsen-Anhalt 110.
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