Die Stadt Dortmund wird zur "metropol-E", meldet die RWE AG. Das gleichnamige Elektromobilitätsprojekt werde mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in den nächsten zwei Jahren gefördert. Kommunale Mobilitätskonzepte würden elektrifiziert und in Verbindung mit intelligentem und schnellem Laden räumlich konzentriert in der Metropolregion Ruhr getestet.
Dabei werde die Nutzung einer kommunalen Flotte der Stadt Dortmund von E-Autos sowie Pedelecs mit einer Vielzahl von innovativen Elektromobilitätsanwendungen verknüpft. Anwendungsbeispiele seien innovative Schnellladetechniken sowie nutzerfreundliche Buchungsmethoden für rein elektrische Poolfahrzeuge der Stadt. All dies geschehe vor dem Hintergrund der intelligenten Einbindung erneuerbarer Energien. Zum CO2-freien Aufladen der Fahrzeugflotte sollen erstmalig intelligente Photovoltaikanlagen sowie Mikrowindturbinen den benötigten, regenerativen Strom dezentral erzeugen.
Ein Konsortium bestehend aus der Stadt Dortmund, den Technischen Universitäten Dortmund und Berlin sowie den Verkehrsexperten der PTV AG und den IT-Projektkoordinatoren Ewald Consulting GmbH & Co. KG sowie der RWE Effizienz GmbH als Konsortialführerin habe im Dezember 2011 den Zuschlag des BMVBS erhalten. Die Programmkoordination werde dabei durch die NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie verantwortet. "Mit dem E-Mobility-Projekt 'metropol-E' streben wir für Dortmund an, dass unsere Erfahrungen mit elektromobilen Dienstfahrzeugen Schule machen und dabei eine zukunftsweisende, klimafreundliche Mobilität in deutschen Kommunen vorantreiben werden", bekräftigt Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. "Auf die Verknüpfung der guten, bestehenden Möglichkeiten des ÖPNV mit unseren E-Autos", so Sierau, "werden wir ein besonderes Augenmerk legen." Bereits im letzten Jahr hatte die Stadt Dortmund das Projekt "Dortmund elektrisiert" gemeinsam mit RWE aufgesetzt, "metropol-E" führe dies konsequent weiter. Vorhandene Infrastruktur für Elektromobilität in der Metropolregion Ruhr solle in die Konzepte des Förderprojektes eingebunden werden. Aktuell betreibe RWE Effizienz gemeinsam mit Partnern in Dortmund 72 intelligente Ladepunkte. Gleichfalls werde das Projekt für elektromobilen Pendlerverkehr eine Verknüpfung zur "Innovation City Bottrop" herstellen, da RWE seinen Mitarbeitern eine kleine E-Auto-Flotte zur Verfügung stelle.
Wo steht das gewünschte Poolfahrzeug? Wie ist sein Ladestand? Oder: Wo befindet sich die nächstgelegene Lademöglichkeit? Diese Fragen ließen sich für das Flottenmangement der Stadt Dortmund mit Hilfe neuartiger Kommunikationskonzepte lösen. "Wir werden Dienste entwickeln, die fahrzeugspezifische Informationen über die Flotte sammeln und diese in das Buchungs- und Reservierungssystem von Fahrzeugen integrieren. Durch diese Vernetzung lässt sich das Mobilitätskonzept und die Energieeffizienz der kommunalen Flotte optimieren", so Professor Christian Wietfeld vom Lehrstuhl für Kommunikationsnetze an der TU Dortmund.
Ingo Alphéus, Vorsitzender der Geschäftsführung der RWE Effizienz GmbH ergänzt: "Das Projekt startet zum richtigen Zeitpunkt. Jetzt kommen erstmals elektrische Serienfahrzeuge auf deutsche Straßen. Die Ladetechnik ist marktreif und Dortmund ist in Deutschland eines der besten Beispiele dafür. Mit 'metropol-E' gehen wir den nächsten Schritt. Zum Beispiel, wie wir hier erzeugten Ökostrom nicht per Netz irgendwohin abtransportieren, sondern in Dortmund für das Aufladen der Autobatterie nutzen."
Die wissenschaftliche Begleitung des BMBVS-Förderprojektes fokussiere sowohl auf Nutzeranalysen als auch auf die modellhafte Ausrichtung des weiteren Ladeinfrastrukturausbaus an den Mobilitätsanforderungen der Stadt Dortmund sowie auf allgemeine verkehrstechnischen und energiewirtschaftlichen Fragestellungen. Die PTV AG werde dafür gemeinsam mit der TU Berlin ein "Siedlungsorientiertes Modell für den nachhaltigen, bedarfsgerechten Aufbau und die Förderung der E-Ladeinfrastruktur" (SIMONE) umsetzen. Dabei würden verkehrliche und demografische Daten sowie die Anforderungen unterschiedlicher Nutzergruppen berücksichtigt, um Ladesäulen bedarfsgerecht zu verorten. Im Rahmen von "metropol-E" werde das SIMONE-Konzept erstmals auf lokaler Ebene erprobt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Voraussetzungen für eine breitere Anwendung in den Kommunen zu schaffen.
Projektleiter Claus Fest, RWE Effizienz GmbH, unterstreicht die gute Zusammenarbeit mit Ministerium und Projektleitstelle: "Wir sehen das Förderprojekt 'metropol-E' bewusst in der Tradition der Modellregion Rhein-Ruhr. Die Prozesse mit der Projektkoordinatorin NOW GmbH und die Abstimmung mit Verkehrsministerium und Projektträger gestalten sich stets sehr gut."
Das BMVBS fördert "metropol-E" mit einer Summe von 4,5 Millionen Euro für das Forschungsvorhaben. Laut Projektleiter Claus Fest beträgt das gesamte Projektvolumen rund 7,5 Millionen Euro. Das Förderprojekt läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren bis Dezember 2013.
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