Ein Anleger des insolventen Kraftwerksbauers für solarthermische Anlagen, Solar Millennium, hat Strafanzeige gegen den Vorstandsvorsitzenden Jan Withag gestellt. Dem Manager wird, laut Nachrichtenagentur dapd, vorgeworfen illegale Absprachen mit einer anderen Solarfirma geschlossen zu haben.
Jan Withag
(Foto / Abb.: Solar Millennium)Frankfurt/Main (dapd-nrw) - Einer der rund 30.000 von der Insolvenz der Solar Millennium geschädigten Anleger stellt Strafanzeige gegen den Vorstandsvorsitzenden Jan Withag. Der Anleger sagte der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag, dass er Withag illegale Absprachen mit einer weiteren deutschen Solarfirma, der Solarhybrid aus Brilon, vorwerfe.
In der Anzeige schreibt der Anleger, ihm sei "ein gewaltiger Schaden entstanden". Die Staatsanwaltschaft Nürnberg konnte den Eingang der Anzeige am Dienstag noch nicht bestätigen, weil die Bearbeitung üblicherweise Tage dauere. Weder Withag, noch die Solar Millennium oder die Solarhybrid waren zunächst für eine Stellungnahme erreichbar.
Derzeit befindet sich der Erlanger Solarkonzern in einem Insolvenzverfahren und bangt um eine Zerschlagung. Es fürchten rund 16.000 Kleinanleger um die Rückzahlung ihrer Anleihen im Wert von insgesamt 227 Mio. Euro. Die jüngere Geschichte des Konzerns war von Skandalen gespickt. Zunächst wurde der Vorwurf des Insiderhandels und der Untreue laut und ein noch laufendes Gerichtsverfahren mit dem Kurzzeitvorstand Utz Claassen kam zustande. Mit dem Umkippen diverser Großprojekte schließlich geriet der Konzern in einen finanziellen Engpass und musste Ende Dezember 2011 Insolvenz anmelden.
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