Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG und der Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnikspezialist Vaillant Group haben in Karlsdorf bei Bruchsal die erste wandhängende Brennstoffzellen-Heizung offiziell in Betrieb genommen, heißt es in einer Mitteilung an der Presse der Vaillant Group. Das Gerät auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeuge gleichzeitig Wärme und Strom und sei speziell für den Einsatz in Ein- und Zweifamilienhäusern konzipiert. Im Vergleich zu derzeit üblichen KWK-Systemen erziele die Brennstoffzellen-Heizung vor allem eine deutlich höhere Effizienz. Damit verringerten sich die Energiekosten im Haushalt signifikant. Ferner lasse sich der CO2-Ausstoß mit dem System reduzieren.
Dr. Carsten Stelzer, Geschäftsführer Technik der Vaillant Group (rechts), und Ralf Klöpfer, Sprecher der Geschäftsführung der EnBW Vertrieb GmbH, nahmen heute das deutschlandweit erste wandhängende Brennstoffzellen-Heizgerät in Betrieb.
(Foto / Abb.: Vaillant Group)Die Installation erfolge im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Brennstoffzellen-Praxistests Callux. "Die Brennstoffzellen-Technologie verfügt über enormes Potential und kann einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung der Zukunft leisten", so Dr. Carsten Stelzer, Geschäftsführer Technik der Vaillant Group. "Daher forschen wir seit Jahren erfolgreich auf diesem Gebiet. Der Start des Feldtests stellt für die Vaillant Group einen Meilenstein in der Weiterentwicklung dieser innovativen Technologie dar." Ralf Klöpfer, Sprecher der Geschäftsführung der EnBW Vertrieb GmbH, erklärte: "Als Energieunternehmen unterstützen wir die Verbraucher mit komfortablen Paketlösungen dabei, die Chancen der neuen Energiewelt zu nutzen. Der stationäre Einsatz von Brennstoffzellen ist aus unserer Sicht ein hervorragendes Beispiel dafür, wie dezentrale Energielösungen in Zukunft funktionieren können."
Kleine Zelle, große Wirkung
Das neue wandhängende Brennstoffzellen-Heizgerät erzeuge hocheffizient gleichzeitig ein Kilowatt Strom und zwei Kilowatt Wärme. Das Herzstück des Systems bildeten Hochtemperatur-Brennstoffzellen, die aus dem eingesetzten Erdgas Wasserstoff gewönnen. Bei der anschließenden Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff entstünden Wärmeenergie und Gleichstrom, welche direkt am Ort des Bedarfs verwendet werden könnten. Da sie sehr hohe Wirkungsgrade erzielten und nahezu geräuschlos arbeiteten, gälten Brennstoffzellen als die Zukunft der Kraft-Wärme-Kopplung. Zudem könne eine Vielzahl von KWK-Anlagen zu einem "virtuellen Kraftwerk" verbunden werden. Dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung könne damit eine wichtige Rolle bei der Ergänzung und Optimierung des bestehenden Energieversorgungssystems spielen.
Langfristiges Engagement
Für die EnBW gehöre die Brennstoffzellen-Technologie bereits seit Jahren zu den vorrangigen Themen bei Forschung und Produktentwicklung. Mit über 80 Installationen allein im Bereich der Hausenergieversorgung in den vergangenen zehn Jahren treibe die EnBW den Prozess zur Erreichung der Marktreife maßgeblich mit voran. Die Vaillant Group gehöre zu den Pionieren bei der Entwicklung von Brennstoffzellen-Heizgeräten und betreibe seit 14 Jahren erfolgreiche Entwicklung auf diesem Gebiet. Seit 2009 teste das Unternehmen mehrere Prototypen des Brennstoffzellen-Heizgerätes im Labor. Dabei seien im letzten Jahr mehr als 12 000 Stunden im Dauerbetrieb erreicht worden. Im Rahmen von Callux teste die Vaillant Group im ersten Schritt 24 Brennstoffzellen-Heizungen unter Realbedingungen. Bis 2013 sollen rund 120 Geräte getestet werden.
Bundesweiter Praxistest
Callux ist der bundesweit größte Praxistest von Brennstoffzellen-Heizgeräten fürs Eigenheim. Das Projekt wird gemeinsam von Partnern aus der Energiewirtschaft und Heizgeräteindustrie mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) getragen. Im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff-und Brennstoffzellentechnologie investiert die Industrie gemeinsam mit dem BMVBS eine Milliarde Euro, um den Einsatz der innovativen Technologie voranzutreiben.
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