Deutschland sollte den Ausstieg aus der Kohlesubvention nutzen, um schneller auf erneuerbare Energien umzustellen. Insbesondere das Kohleland Nordrhein-Westfalen habe im Vergleich zu anderen Bundesländern einen besonderen Nachholbedarf, sagte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert.
Dortmund (dapd/red) - "Die endgültige Festlegung auf ein Ausstiegsdatum für die Steinkohle-Förderung bringt hoffentlich Impulse für das notwendige Umsteuern." Am Mittwoch hatte die EU-Kommission entschieden, die deutschen Kohlesubventionen bis 2018 zu erlauben.
Energieexpertin Kemfert
(Foto / Abb.: Jürgen Blume)
Kemfert findet diese Entscheidung nachvollziehbar und vertretbar: "Länder, Arbeitgeber und Gewerkschaft in Deutschland hatten sich ja bereits auf 2018 als Ausstiegsdatum geeinigt und eingestellt. Da wird jetzt Vertrauensschutz gewährt, sagte Kemfert den "Ruhr Nachrichten". Aus Klimaschutzgründen sei jedoch die ursprüngliche Entscheidung für das Ausstiegsjahr 2018 falsch gewesen: "Kohleförderung und Klimaschutz passen nicht zueinander."
Skeptisch äußerte sich Kemfert, ob der UN-Klimagipfel in Cancún Erfolge bringen werde. Die Chancen für ein verbindliches Abkommen als Nachfolger für das Kyoto-Protokoll seien sehr gering. "Vielleicht sollte man auch Abschied nehmen vom Anspruch, weltweit gültige Ziele zur Verminderung von Treibhausgas-Emissionen festzulegen. Wir benötigen flexible Lösungen. Man sollte von Negativ-Zielen zu Positiven-Zielen kommen - zum Beispiel mehr Energieeffizienz und -einsparung."
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