Bundespräsident Christian Wulff hat das schwarz-gelbe Vorgehen bei der Energiewende kritisiert. Der Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland hätte von Union und FDP auf Parteitagen beschlossen werden sollen. Gleichermaßen äußerte sich auch Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin.
Hamburg/Berlin/Hannover (dapd/red) - Ausdrücklich lobte das Staatsoberhaupt in Interviews zu seinem ersten Amtsjahr dagegen die Grünen.
Der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte der Bundespräsident mit Blick auf den Atomausstieg der schwarz-gelben Koalition: "Es hätte auch denen gut angestanden, zu einer solchen fundamentalen Richtungsveränderung der deutschen Politik einen Parteitag einzuberufen, die diese Veränderung jetzt vollziehen und noch vor Monaten eine andere Entscheidung - auf einem Parteitag - getroffen haben."
Die Arbeit fange erst anDie Eile von Union und FDP bei der Energiewende wäre "vermutlich vermeidbar gewesen", fügte der Bundespräsident am Mittwoch in der ARD-Sondersendung "Farbe bekennen - Ein Jahr Bundespräsident Christian Wulff" hinzu. Die Regierungsparteien müssten beim Atomausstieg "ihre eigenen Anhänger mitnehmen". Wulff betonte: "Die Arbeit fängt erst an." So gelte es, Akzeptanz für die erneuerbaren Energien, neue Kraftwerke und Stromnetze zu schaffen.
Wulff nannte es in der "Zeit" positiv, dass die Grünen einen Parteitag zur Energiewende abgehalten und "dort um Positionen gerungen" hätten. In der ARD lobte der Bundespräsident: "Die Grünen haben sich bemüht. Das muss man einfach anerkennen." Wulff machte deutlich, dass er darin auch einen Grund für den derzeitigen Aufschwung der Partei sieht: "Die Grünen habe es leichter, andere eher schwerer, neue Mitglieder zu werben."
Auch nach Ansicht des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Trittin hätte die CDU einen Parteitag über den geplanten Atomausstieg entscheiden lassen sollen. Wenn eine Partei so wesentliche Grundpositionen ändere, müsse die Basis darüber diskutieren und auch abstimmen und nicht aus dem "Bundeskanzleramt von oben herab diktieren", sagte Trittin am Mittwochabend in Hannover.
© energie.de
Karriere
Top-Anzeigen im Stellenmarkt
Mitarbeiter/in im Bereich Energieservice (EWR AG)
Bauingenieur/
Architekt (Gelsenwasser)
Ingenieur (Bundeskartellamt)
Unsere Stellenanzeigen - jeden Tag neu!!!
Marketing
Ihre Werbung auf energie.de!
Sie sind auf der Suche nach effizienten Werbemöglichkeiten?
Warum sind Sie dann immer noch nicht auf energie.de?
Testen Sie uns - Werben Sie auf energie.de!!!
Fachkommentare
Experten auf energie.de!
Lesen Sie exklusiv den neuen Fachkommentar von Tanja Moosmann (Stromrechner-24.de) zum Thema Soziale Gerechtigkeit in der Energiepolitik!