Dennoch zeigt die gleiche Befragung, dass viele Menschen ihre eigene Verantwortung für die Bekämpfung des Klimawandels gering einschätzen und Bemühungen von Einzelnen für nicht sehr wirksam halten. Der Bericht mit dem Titel "Die Einstellung der Europäer zum Thema Klimawandel und Energie" (European attitudes towards climate change and energy) basiert auf den Angaben von 44.387 Personen aus 23 verschiedenen Ländern.

Eine deutliche Mehrheit der in jedem Land befragten Personen glaubt, dass das Klima sich ändert, dass dieses Phänomen teilweise auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen ist und dass die Konsequenzen dieser Klimastörung eindeutig negativ sein werden. Dabei gibt nur etwas mehr als ein Viertel der befragten Europäer (28 %) an, dass der Klimawandel sie sehr oder extrem beunruhigt. Am stärksten beunruhigt sind die Portugiesen (51 %) und die Spanier (48 %), während sich die Russen (14 %), die Polen (15 %) und die Esten (15 %) die wenigsten Sorgen machen.

Die Deutschen stellen die am drittstärksten beunruhigte Gruppe dar (43 %); auch die Franzosen (34 %) und die Italiener (30 %) sind besorgter als der europäische Durchschnitt. Die Franzosen sind am stärksten davon überzeugt, dass der Klimawandel real ist: 96 % der Teilnehmer an der Befragung geben an, dass das Klima wahrscheinlich oder zweifellos im Wandel begriffen ist. Dieser Anteil beträgt in Italien und Deutschland 95 %.

„Laut unseren letzten Daten sind sich die Menschen ganz eindeutig einig, dass ein Klimawandel im Gange ist - dies beweist, dass die Zeit des Leugnens vorbei ist. Viele weigern sich jedoch nach wie vor, Wissenschaftlern zu glauben, wenn diese einstimmig verkünden, dass die Klimaerwärmung fast gänzlich auf menschliches Handeln zurückzuführen ist. Dies zeigt, dass die Wissenschaftler noch Arbeit vor sich haben, damit ihre Botschaft ankommt“, betont Rory Fitzgerald, Professor an der City, University

Von Ende 2016 bis Anfang 2017 wurde der European Social Survey in 23 Ländern zum achten Mal durchgeführt. Insgesamt wurden 44.387 Personen befragt - von 880 in Island bis zu 2.852 in Deutschland.

Weitere Informationen unter http://www.europeansocialsurvey.org/

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