Industrie muss CO2 Ausstoß minimieren

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Demnach ist das 1,5-Grad-Ziel zwar nicht unerreichbar, stellt jedoch die Staatengemeinschaft in den kommenden Jahren vor enorme Herausforderungen. Das Ausmaß der CO2-Entnahme kann laut dem Bericht jedoch durch eine tiefgreifende Veränderung auf der Nachfrageseite begrenzt werden, etwa durch eine verminderte Energienachfrage oder einen geringeren Fleischkonsum.

„Je länger die Welt mit ambitionierten Maßnahmen zum Klimaschutz wartet, desto entscheidender wird die Bedeutung von CO2-Entnahme-Technologien für das 1,5-Grad-Ziel“, sagt Fuss, die am MCC die Arbeitsgruppe Nachhaltiges Ressourcenmanagement und globaler Wandel leitet und eine entsprechende Professur an der Humboldt-Universität zu Berlin innehat.

„Eine entschiedene und erheblich schnellere Einsparung von Emissionen kann die Abhängigkeit von diesen Technologien aber verringern.“Der Entzug von CO2 aus der Atmosphäre spielt in dem jüngst veröffentlichten IPCC-Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel eine entscheidende Rolle. Die Wissenschaft hat dabei belastbare Ergebnisse geliefert, um den Beitrag von CO2-Entnahme zum Klimaschutz zu bewerten: Aufgrund des geringen verbleibenden Kohlenstoffbudgets ist das 1,5-Grad-Ziel ohne sie nicht mehr erreichbar.

Unter Maßnahmen für CO2-Entnahme fallen vergleichsweise gewöhnliche Optionen wie etwa Aufforstungsprogramme, bei denen die wachsenden Bäume vorhandene Emissionen binden. Es gibt auch Mineralien, die – in kleine Teilchen zermahlen und auf landwirtschaftliche Flächen ausgebreitet – CO2 absorbieren. Die am meisten diskutierte Technik ist Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung (Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS). Dabei wird Biomasse zum Beispiel in Kraftwerken verbrannt und das frei werdende CO2 umgehend abgeschieden und in geologischen Tiefenlagern gespeichert.

Der Bericht zeigt, dass die jeweiligen CO2-Entnahme-Technologien sich in Kosten, Nebenwirkungen, Entwicklungsstand und Langfristigkeit der Speicherpotenziale erheblich unterscheiden, etwa bei der Landnutzung, dem Wasserverbrauch oder dem Energiebedarf. „Bei einer etwaigen Verwendung im großen Stil werden sie mitunter auf deutlich sichtbare Grenzen stoßen“, sagt Fuss. „Daher wird Klimaschutz, der sich stark auf CO2-Entnahme verlässt, derzeit kontrovers diskutiert und stößt auf geringe Akzeptanz in der Öffentlichkeit.“

Weitere Informationen unter www.mcc-berlin.net

Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC)

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