Der Ausbruch der Corona-Pandemie setzte die Lieferketten unter starken Druck

Der Ausbruch der Corona-Pandemie setzte die Lieferketten unter starken Druck (Bildquelle: Pixabay)

Wie fast allen anderen Branchen setzt die Corona-Pandemie auch der Energiewirtschaft zu: Der Energieverbrauch ist aufgrund des Shutdowns deutlich gesunken, die Kosten in der Energieerzeugung dagegen nicht. Das EEG verlangt weiterhin, erneuerbare Energien abzunehmen, nicht benötigte Gasspeicher binden Liquidität und Lieferanten geraten unter Druck, weil ihre Produkte aufgrund verschobener Projekte nicht gebraucht werden.

Für Rupprecht ist deshalb zunächst Flexibilität innerhalb der Lieferketten gefragt. Abrupte Abnahmeeinbrüche durch geschlossene Industriebetriebe, unterbrochene und verschobene Projekte oder das plötzliche Wiederhochfahren der Wirtschaft erfordern rasche Reaktionen bei Abnehmern und Lieferanten. „Das heißt, dass sich Lieferbedingungen und -termine schnell und flexibel anpassen lassen müssen”, so Rupprecht. „Dies stellt auch Herausforderungen an die Finanzierung. Um solch schnelle und flexible Reaktionen zu erlauben, muss es möglich sein, Zahlungsziele und -konditionen schnell und tagesaktuell ändern zu können.”

Zweiter entscheidender Punkt ist die Liquidität: Abnahme- und Lieferschwankungen führen zu einbrechenden Einnahmen und ausbleibenden Zahlungen. Dadurch kann das Arbeitskapital schnell aufgebraucht sein. Energieversorger, denen die Abnahme bei gleichbleibend hohen Kosten einbricht, benötigen längere Zahlungsziele. Gleichzeitig müssen Lieferanten, die für Projekte vorproduziert haben, welche plötzlich auf Eis liegen, trotzdem an ihr Geld kommen. „Hier sind Lösungen nötig, die beiden Seiten den Freiraum geben, den sie brauchen, um kurzfristig liquide zu bleiben”, so Rupprecht. “Finanzierungsplattformen können eine wichtige Rolle spielen, indem sie Abnehmern wie Lieferanten die jeweils notwendigen Konditionen ermöglichen.”

Dies gilt insbesondere für die Windkraftindustrie, die ihre schwerste Krise seit der Einführung des EEG im Jahr 2000 erlebt. Die Zahl der installierten Anlagen ist allein im Jahr 2019 um mehr als 50 % gesunken. „Die Neujustierung von Einkaufsvolumen und den damit verbundenen Zahlungszielen kann helfen, das Working Capital auf eine solide Basis zu stellen”, so Rupprecht. Der Traxpay-CEO rechnet mit einer Erholung am heimischen Markt, nachdem die Bundesregierung für mehr Klarheit und Planungssicherheit bei Planung und Bau von Windkraftanlagen gesorgt hat.

et-Redaktion

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