Messbarkeit der Digitalen Transformation durch Key Performance Indicators (KPI)

Auswahl an möglichen KPI zum Monitoring der Digitalen Transformation
Abb. 3: Auswahl an möglichen KPI zum Monitoring der Digitalen Transformation (Bildquelle: Christina Würthner)

Ein wesentlicher Bestandteil der Umwandlung des EVU in einen digitalen Leader der Branche sollte auch das Fortschrittsmonitoring dieses Prozesses sein. Regelmäßige Berichterstattung durch den CEO/ CDO und die kritische Reflektion des Erreichten auf allen Ebenen des Unternehmens auch gegenüber externen Anspruchsgruppen ist eine wichtige Voraussetzung zur Zielerreichung wie bei jeder Strategie.  Hierfür bieten sich zahlreiche Ansatzpunkte, je nach Ausgangslage und den gewählten Schwerpunkten in der Strategie. Abb. 3 gibt eine beispielhafte Übersicht noch ohne konkreten Bezug zu den Besonderheiten eines EVUs. Die weitere Konkretisierung ist Bestandteil der Implementierung, z.B. die explizite Auswahl relevanter Prozesse wie die monatliche Abrechnung des Energieverbrauchs (digitaler Rechnungsversand, Einsatz von Smart Meter, flexibles Pricing). Es empfiehlt sich für ein übergeordnetes Reporting eine Aggregation zu vier bis sechs Kern-KPI, die dann die „Digitale Readiness“ des Unternehmens darstellen.  

Vorgehen und Einführung

Ist die Digitale Transformation als Unternehmensziel formuliert, kann im nächsten Schritt die Einführung des Monitorings der Fortschritte in Angriff genommen werden. Diese gliedert sich in insgesamt vier Phasen:  

  • Bis zum Start der Pilotphase sind die Schritte Analyse, Konzeption und Feinschliff vorgesehen, für welche ein Zeitraum von fünf bis sechs Monaten anzusetzen ist. Die Unterstützung des Prozesses durch externe Dienstleister ist in Erwägung zu ziehen, da die neutrale Sichtweise auf den umfassenden Change-Prozess hilfreich sein kann.
  • In der Analysephase erfolgt eine Bestandsaufnahme der Aktivitäten mit Bezug zur Digitalen Transformation sowie die Zielformulierung des Projekts, d.h., was soll am Ende erreicht werden bzw., wann ist die „Digitale Readiness“ zu 100 % erreicht.
  •  Die Konzeptionsphase umfasst die Identifikation der Lead-Projekte/Prozesse/Aktivitäten für den Piloten, die Bewertungskategorien und Referenzwerte sowie einen Meilensteinplan.
  • Während des Feinschliffs erfolgt die Justierung der detaillierten KPIs wie auch der aggregierten „Digital Readiness“ Kennzahlen sowie die finale Abstimmung von Organisation und Verantwortlichkeiten für die Pilotphase. Die Pilotphase kann ein halbes bis ganzes Jahr dauern und sollte genügend Raum für Anpassungen für einen erfolgreichen Rollout im gesamten Unternehmen umfassen.

Quellen

[1] Edelmann, H.: Stadtwerkestudie 2018. Digitalisierung in der Energiewirtschaft – quo vadis? Herausgegeben von der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Juni 2018. Download unter https://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/ey-stadtwerkestudie-2018/$FILE/ey-stadtwerkestudie-2018.pdf

[2] Hasse, F. et al.: Deutschlands Energieversorger werden digital. Herausgegeben von der Pricewaterhouse- Coopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Januar 2016; Download unter: https://www.pwc.de/de/energiewirtschaft/studie-digitalisierung-energiewirtschaft-01-2016.pdf

Dr. Christina Würthner (christina.wuerthner@enersis.ch)
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