Städte spielen eine zentrale Rolle für die urbane Energiewende

Laut Abschlussbericht des Dena-Projekts Urbane Energiewende bieten Städte und Kommunen großes Potenzial zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen (Quelle: Adam Derewecki auf Pixabay) 

„Städte und Kommunen spielen eine zentrale Rolle für Energiewende und Klimaschutz. Schließlich werden hier rund 80 Prozent der globalen Treibhausgase emittiert. Ob wir die Energiewende schaffen und das in der EU und Deutschland diskutierte Ziel der Klimaneutralität erreichen, entscheidet sich nicht zuletzt in Städten und Kommunen. Deshalb sollte die Politik Städte stärker in den Fokus nehmen", sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. „Die urbane Energiewende erfordert einen neuen strategischen Orientierungsrahmen. Ausgangsbasis ist die Einführung der CO2-Bepreisung im Verkehrs- und Gebäudesektor, ergänzt um eine konsequente Revision der Abgaben- und Umlagesystematik. Weiterhin ist die optimale Integration lokaler Infrastrukturen sicherzustellen. Es gilt, die Energieplanung als Aufgabe der Stadtplanung in die Breite zu bringen. Und ganz wichtig: Die Stadt der Zukunft ist eine vernetzte Stadt. Damit ist sowohl die Vernetzung der Akteure als auch die technologische Vernetzung durch Digitalisierung gemeint. Nur dann kann die Gestaltung der urbanen Energiewende gelingen", so Kuhlmann weiter.

Wärmeversorgung 

Wärmenetze sind ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende in urbanen Räumen, da über diese sowohl lokal erzeugte erneuerbare Energien, Abwärme und Erzeugungsspitzen von überregionalem Grünstrom nach dem Prinzip „Nutzen statt Abregeln" integriert werden können. Der Einsatz CO2-armer und klimaschonender Varianten wird jedoch durch hohe Gestehungskosten und Investitionsrisiken gehemmt. Es gilt, klimaschonende Wärmekonzepte zu stärken. Um die Wirtschaftlichkeit gegenüber CO2-intensiveren Varianten zu erhöhen, sollte der Bund die Kraft-Wärme-Kopplung zeitnah weiterentwickeln, das angekündigte Förderprogramm zur Erneuerbare-Energien-Fernwärme (Basisprogramm) vorantreiben sowie eine Anpassung des Gebots zur kurzfristigen Kostenneutralität bei der Umstellung der Wärmelieferung in Mietwohnungen vornehmen.

Stromversorgung 

Angesichts begrenzter Flächen und Genehmigungen für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien sollten auch die Potenziale zur innerstädtischen Erzeugung von Grünstrom wie etwa Solaranlagen auf Dächern vermehrt genutzt werden. Mieterstrom sollte gestärkt werden, indem etwa steuerliche Barrieren und Unsicherheiten hinsichtlich der Bedeutung von Kundenanlagen beseitigt werden. Weiterhin ist die digitale Nutzung energiebezogener Daten von erheblicher Bedeutung für die urbane Energiewende, denn diese ermöglicht die Vernetzung zwischen den Sektoren Strom, Wärme, Kälte und Mobilität. Die Projektpartner empfehlen den Einsatz von Informationstechnologien, um die Komplexität im Gesamtsystem beherrschbar zu machen, die Interoperabilität zwischen Geräten über standardisierte Schnittstellen zu sichern sowie einheitliche Regeln zu schaffen, die angepasste Anwendungen ermöglichen.

Verkehr 

Im Sinne einer integrierten Energiewende sollte der öffentliche Verkehr künftig noch stärker als Rückgrat urbaner Verkehrssysteme fungieren. Nach Ansicht der Projektpartner müssen konkrete Klimaziele in Nahverkehrsplänen verankert werden, um dies zu gewährleisten. Sharing-Angebote sollten in erster Linie als Ergänzung zum ÖPNV genutzt werden. Im Übrigen solle der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur im privaten, im halb-öffentlichen und im öffentlichen Raum beschleunigt werden, um den Markthochlauf der Elektromobilität zu unterstützen. Dafür seien Förderprogramme für eine verbesserte Wirtschaftlichkeit und angepasste Rahmenbedingungen notwendig. Zusätzlich sollten klare Regelungen und Schnittstellen für netz- und systemdienliches Laden vorbereitet werden.

Zum vollständigen Projektbericht „Urbane Energiewende"
 

EHP-Redaktion

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