An Ampelkreuzungen musste zentimetergenau gefahren werden, um den Schwertransporter mit dem Gasturbosatz zum Heizkraftwerk Süd zu bringen

Zentimeterarbeit an Ampelkreuzungen: Der Schwertransporter brachte den ersten von zwei Gasturbosätzen zum Heizkraftwerk Süd der SWM in München-Sendling (Quelle: SWM/patch-st)

Am Donauhafen Kelheim war der Schwertransporter am 13. März gestartet, nachdem der Gasturbosatz, der am ostfranzösischen Standort Belfort vom Hersteller GE gefertigt wurde, dort per Schiff eingetroffen war. Mehrere Tage lang fuhr der Tieflader im Konvoi mit Begleitfahrzeugen immer abends und nachts durchs Land, tagsüber musste pausiert werden.

Umfangreiche Vorplanungen und Messungen waren dazu notwendig: Die Statik von Fahrbahnen und Brücken musste überprüft, Kurven ausgemessen und teils Ampeln an Kreuzungen abgehängt werden. Hersteller, Transportfirma, SWM und Polizei arbeiteten für das logistische Meisterstück intensiv zusammen.

Damit ist der erste von zwei Gasturbosätzen für die Strom- und Wärmeerzeugung am Heizkraftwerk Süd in München-Sendling eingetroffen. Der zweite Transport folgt voraussichtlich im April. Die Maschinen ersetzen zwei bisherige Gasturbosätze. Dadurch wird sich der Wirkungsgrad der KWK-Anlage erhöhen und die Abgaswerte nochmals verbessern.

Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der SWM: „Erdgas als den saubersten der fossilen Rohstoffe benötigen wir noch solange, bis wir die Energie für München komplett CO2-neutral erzeugen können. In der Übergangsphase wollen wir diesen Brennstoff so effizient wie möglich nutzen.“

Standortleiter Thomas Gilg erläutert die weiteren Schritte: „Jetzt steht die Jahreszeit mit geringerem Energiebedarf an. Diese Schwachlastzeit nutzen wir für den Ausbau der alten Anlagentechnik, Einbau, Tests und Inbetriebnahme der neuen Anlagen. Unser Ziel ist es, vor dem Beginn der neuen Heizperiode beide neue Anlagen am Netz zu haben. Das wird knifflig, weil zahlreiche Gewerke aufeinander abgestimmt werden müssen und planmäßige Revisionsarbeiten inklusive der Erneuerung der Leittechnik anstehen. Dieses große Projekt ist allerdings nicht das einzige, das derzeit am Energiestandort Süd abgewickelt wird: Auf mehreren Parallel-Baustellen verantworten unsere Ingenieurteams zusammen mit hauseigenen Fachkräften sowie zahlreichen beauftragten Firmen die umfangreiche Modernisierung des Standorts.“

Am Energiestandort Süd findet derzeit Münchens augenscheinlichster Wandel der Energiewelt statt: Der 175 Meter hohe Kamin aus der Zeit der Müllverbrennung wird nicht mehr benötigt und in Kürze Stück für Stück abgetragen. Im Jahr 2021 soll hier Deutschlands größte Geothermieanlage in Betrieb gehen und Wärme für mehr als 80.000 Menschen liefern. Zudem entstehen dort ein Wärmespeicher und eine große Kältezentrale für die Fernkälteversorgung der Innenstadt.

EHP-Redaktion

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