Im Forschungsprojekt ReMolk wird untersucht, wie die Energieversorgung für die Herstellung von Milchprodukten nachhaltiger gestaltet werden kann.

Zum „ReMolk“-Kick-Off trafen sich (v.l.) Sylke Mehnert von der FH Münster, Matthias Kemper von der Privatmolkerei Naarmann, Dr. Elmar Brügging und Jurek Häner, beide FH Münster (Quelle: FH Münster/Frederik Tebbe)

Das jetzt gestartete Projekt „ReMolk  – Dekarbonisierte Energieversorgung einer Molkerei durch die anaerobe Vergärung landwirtschaftlicher Reststoffe“ ist auf zwei Jahre angelegt und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Darin soll untersucht werden, wie die Energieversorgung des Betriebs auf Grundlage der vorhandenen landwirtschaftlichen Reststoffe nachhaltiger und klimaschonender gestaltet werden kann. Die Blockheizkraftwerke der Molkerei sollen mit Biogas statt wie bisher mit Erdgas betrieben werden.

In Biogasanlagen vergären Mikroorganismen organisches Material wie Gülle und Mist, aber auch Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion. „Dabei entsteht Methangas, welches sich universell nutzen lässt, um Strom und Wärme zu erzeugen und Erdgas zu ersetzen“, erklärt Projektingenieurin Sylke Mehnert.

Das Team untersucht, welche Reststoffe während der Milchproduktion direkt in der Molkerei anfallen und ob und wie diese Stoffe energetisch verwertbar sind. „Im Umkreis von 60 km beliefern außerdem ca. 200 landwirtschaftliche Betriebe die Privatmolkerei Naarmann mit Milch“, sagt Projektingenieur Jurek Häner. „Dabei fallen Gülle, Mist und pflanzliche Reststoffe an, deren Potenzial wir ebenfalls ermitteln wollen.“

Die Reststoffe der Molkerei und der Landwirtschaft könnten dann, so die Forschungsthese, in einer Biogasanlage vergoren werden. Die Anlagenkonzepte werden zwar konkret für die Molkerei Naarmann entwickelt, können aber auch anderen Molkereien und lebensmittelverarbeitenden Betrieben einen Anreiz bieten, um sie zu übertragen und umzusetzen.

EHP-Redaktion

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