Mit Eurobar hat Amprion ein Konzept vorgestellt, wie die europäische Vernetzung von Offshore-Windparks entwickelt werden kann. Es soll gemeinsam mit anderen Übertragungsnetzbetreibern umgesetzt werden.

Mit Eurobar hat Amprion ein Konzept vorgestellt, wie die europäische Vernetzung von Offshore-Windparks entwickelt werden kann. Es soll gemeinsam mit anderen Übertragungsnetzbetreibern umgesetzt werden. (Quelle: Amprion)

Allein die Nordsee-Anrainerstaaten wollen bis 2050 ein Offshore-Potenzial von rund 200 GW erschließen. Um diesen Strom europaweit effizient nutzen zu können, schlägt Amprion das Konzept Eurobar vor (European Offshore Busbar). Das Konzept sieht vor, die neue Generation von Offshore-Plattformen in der Nordsee bereits bei der Planung für den Anschluss an ein Offshore-Netz auszulegen. Später können sie schrittweise untereinander verbunden werden – zunächst auf nationaler Ebene und dann zwischen den Nordsee-Anrainern. Durch die Vernetzung soll der Strom aus den Offshore-Windparks flexibel und grenzüberschreitend dahin transportiert werden können, wo er benötigt wird. So lässt sich laut Amprion auch der Bedarf für den Netzausbau an Land reduzieren.

»Eurobar soll einen konstruktiven Beitrag zu den europäischen Plänen für den Offshore-Ausbau leisten«, so Hans-Jürgen Brick, Vorsitzender der Amprion-Geschäftsführung. »An Land nutzen wir die Vorteile eines vermaschten Stromnetzes seit vielen Jahrzehnten erfolgreich«, ergänzt Klaus Kleinekorte, Technischer Geschäftsführer von Amprion. Diese Verbundidee will Amprion mit Eurobar auf das Offshore-Netz übertragen. »Das Konzept passt sich nahtlos in unser Netzkonzept an Land ein und schreibt es fort«, so Kleinekorte. Übergeordnetes Ziel sei es, ein Gesamtsystem für Onshore- und Offshore-Energie zu entwickeln. Es kann auch mit anderen Sektoren verbunden werden, zum Beispiel über die Power-to-Gas-Technologie. Ein Schlüssel für die Vernetzung der Offshore-Windparks, so Kleinekorte weiter, liege in der Standardisierung der Offshore-Plattformen und deren Anbindungssystemen.

»Eurobar ist partnerschaftlich angelegt«, führt Amprion-Finanzchef Peter Rüth aus. Die Umsetzung könne in Eigenregie der jeweiligen Partner, Staaten wie Netzbetreiber, stattfinden. Einzige Voraussetzung für die Vernetzung sei es, die neu zu entwickelnden technischen Standards umzusetzen, wenn künftig Offshore-Plattformen errichtet werden. »Wir werden nun gemeinsam mit unseren Partnern in der Industrie und unter den Netzbetreibern an den offenen technischen Fragen arbeiten und für eine Standardisierung auf europäischer Ebene werben«, sagte Rüth. 

ew-Redaktion

Ähnliche Beiträge