ew-Magazin Ausgabe 4/2020

Mit geeigneten Maßnahmen und Notfallplänen reagieren die Versorgungsunternehmen, um ihrer Verantwortung sowohl gegenüber ihren Mitarbeitern als auch für eine stabile Energie- und Wasserversorgung gerecht zu werden.

Aber nicht nur dies: Zunehmend unterstützen Stadtwerke die Bevölkerung auch mit zusätzlichen Diensten. So haben die Stadtwerke Neumünster (SWM) das Helfer-Portal www.helfen-in-nms.de ins Leben gerufen. Sie wollen damit Menschen in der aktuellen Ausnahmesituation verbinden, um sich gegenseitig besser helfen zu können. Menschen können im Portal ihre Hilfe anbieten und andere Unterstützung suchen – zum Beispiel das Einkaufen für ältere Menschen. Auch zum Gassi-Gehen mit dem Hund kann man sich melden.

Dies ist nur ein Beispiel unter vielen und zeigt, welch zum Teil einfache und kreative Maßnahmen möglich sind, um einen kleinen Teil dazu beizutragen, sich der aktuellen Herausforderung als Gesellschaft zu stellen. Aber nicht nur in der jetzigen Situation benötigen wir kreative und innovative Ideen, sondern auch künftig zum Beispiel beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und beim Klimaschutz. Denn auch wenn laut einer aktuellen Kurzanalyse von Agora Energiewende die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Jahr 2020 vor allem aufgrund der Corona-Krise um 40 bis 45 % unter das Niveau von 1990 sinken und Deutschland sein Klimaschutzziel für 2020 damit voraussichtlich doch noch erreichen wird, müssen auch hier von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft schnell Antworten auf die drängendsten Fragen gefunden werden.

Wie lassen sich zum Beispiel in Zukunft Erneuerbare-Energien-Anlagen wirtschaftlich betreiben? Diese Frage stellen sich Anlagenbetreiber, deren EEG-Vergütung nach über 20 Jahren ausläuft. Aber auch beim Bau neuer Anlagen werden alternative Vermarktungsmöglichkeiten aufgrund weiter sinkender Fördersätze zunehmend attraktiver. Larissa Auzinger stellt die zurzeit möglichen Vermarktungsmodelle vor. Auch BayWa r.e. hat sich intensiv damit beschäftigt, wann der Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach der EEG-Förderung wirtschaftlich sinnvoll ist. Mike Kutzner zeigt anhand unterschiedlicher Szenarien, dass dies sehr stark davon abhängt, mit welchem Betriebskonzept in den Weiterbetrieb gestartet wird und welche Erlösmöglichkeiten sich ergeben.

In dem Sonderteil ew-Spezial Smart Energy dreht sich alles um die Themen Smart City und smarte Infrastrukturen. Tim Ronkartz und Peter Zink vom Beratungsunternehmen BET haben 35 Smart-City-Projekte analysiert. Im Interview mit der ew-Redaktion geben sie Handlungsempfehlungen für den Einstieg in das neue Geschäftsfeld und erläutern, auf welche Anwendungen sie als Verantwortlicher einer Kommune oder eines kommunalen Unternehmens setzen würden. Für Sascha Schlosser steht fest: Mit dem Start des Smart-Meter-Rollouts erfährt das Thema Smart City einen zusätzlichen Auftrieb. Daher rät der Geschäftsführer von Zenner, überall dort, wo ein intelligentes Messsystem eingebaut ist, über Zusatzleistungen nachzudenken. Zenner hat mittlerweile über 100 Smart-City- und IoT-Projekte umgesetzt, vorwiegend auf Basis von LoRaWAN. Die bald verfügbare Roaming- Funktionalität dürfte vor allem auch Stadtwerken neue Chancen eröffnen.

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Themen, die wir in der aktuellen Ausgabe des ew-Magazins aufgreifen. Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse beim Lesen – und vor allem: Bleiben Sie gesund!

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Martin Heinrichs, Chefredakteur ew-Magazin