Ove Petersen, Mitgründer und CEO der GP-Joule-Gruppe in einer Elektrolyseanlage zur Erzeugung von Wasserstoff.

Ove Petersen, Mitgründer und CEO der GP-Joule-Gruppe in einer Elektrolyseanlage zur Erzeugung von Wasserstoff. (Quelle: GP Joule)

Mit Wasserstoff soll künftig CO2-freie Energie aus Sonnen- und Windenergie für die Sektoren Mobilität, Wärme und Industrie zur Verfügung gestellt werden. Wie das gehen kann, zeigt das Wasserstoff-Mobilitätsprojekt eFarm. Das von der GP Joule GmbH initiierte Projekt entsteht derzeit in Niebüll in Schleswig-Holstein und wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit 8 Millionen Euro gefördert. Am 4. Mai war Spatenstich für die erste Wasserstoff-Tankstelle in Nordfriesland in Niebüll.

„eFarm produziert und liefert 100 Prozent grünen Wasserstoff für die Mobilität und generiert damit regional Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Ein Konzept, das Städten und Gemeinden, aber auch Bürgern neue Perspektiven schafft,“ erläutert Ove Petersen, Gründer und CEO der GP Joule-Gruppe.

eFarm zeigt Lösung für die regionale Sektorenkopplung

„Wie erreichen wir unsere Klimaziele in Verkehr, Wärme und Industrie? Ausschließlich durch die Nutzung erneuerbarer Energien in allen Energiesektoren. Um diese allerdings für alle Sektoren verfügbar, speicherbar und damit nutzbar zu machen, muss ein großer Teil des Stroms aus Sonnen- und Windenergie in Zukunft in Wasserstoff umgewandelt werden“, sagt Petersen. 

Das Projekt eFarm zeigt genau diesen Ansatz und wandelt Strom aus älteren Windenergieanlagen an fünf Standorten in Wasserstoff um. Bei diesem Prozess entsteht in den Elektrolyseuren zusätzlich Abwärme, die in vorhandenen oder neu errichteten Nahwärmenetzen für das Beheizen von Gebäuden genutzt wird.

Der Wasserstoff wird in mobilen Speichercontainern per LKW zu zwei Wasserstofftankstellen transportiert, wo mit Brennstoffzellen betriebene Busse, LKW und auch PKW versorgt werden. Die Brennstoffzellen wandeln den Wasserstoff wieder in Strom um, mit dem die Fahrzeuge angetrieben werden. „Klingt ganz einfach“, betont André Steinau, bei GP Joule verantwortlich für die Wasserstoffprojekte des Unternehmens. „Aber unsere Projektentwickler und Techniker haben mehrere Jahre Entwicklungsarbeit geleistet, bis das Projekt eFarm realisiert werden konnte.“

Im Jahr 2016 startete das Unternehmen eine Machbarkeitsstudie mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein. Inzwischen fährt Steinau einen wasserstoffbetriebenen Hyundai Nexo. „GP Joule ist selbst Projektierer, Errichter und Betreiber von nachhaltigen Projekten. So können wir Innovationen direkt bei uns testen“.  

Den Verbrauch von Wasserstoff gleich mitgedacht 

Außer dem ersten Elektrolyse-Standort im nordfriesischen Bosbüll wird jeweils eine Wasserstoff-Tankstelle in Husum und Niebüll errichtet und betrieben, Spatenstich in Niebüll war der 4. Mai. An den Tankstellen werden dann erstmal zwei Brennstoffzellen-Busse, die im Rahmen des Projektes mit angeschafft werden, betankt und im ÖPNV regional eingesetzt. Da 19 weitere Investoren an dem Projekt eFarm beteiligt sind, ist auch von deren Seite die Bereitschaft schon heute groß, in mehr als 100 Wasserstoff-Fahrzeuge, vom PKW bis hin zum LKW, zu investieren und das Wasserstoff-Angebot zu nutzen. "Damit entsteht ein echter Zusammenhang und Nutzen zwischen der  regionalen erneuerbaren Energieerzeugung und dem lokalen Verbrauch an Energie. Dies ist entscheidend für die Akzeptanz und den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung, für die Schaffung von Arbeitsplätzen und langfristiger Wertschöpfung", freut sich Petersen. 

ew-Redaktion

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