Förderinitiative Energiewende im Verkehr (EiV)

Bild 1. CO2-Emissionen des Verkehrssektors aufgeschlüsselt nach Sektoren und Energieträgern im Jahr 2016 (Allokation nach Standortprinzip)
Bild 1. CO2-Emissionen des Verkehrssektors aufgeschlüsselt nach Sektoren und
Energieträgern im Jahr 2016 (Allokation nach Standortprinzip) (Bildquelle: FfE)

Um dieser Stagnation entgegenzuwirken, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unter anderem die Förderinitiative Energiewende im Verkehr (EiV) ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Initiative werden in 150 Projekten innovative Technologien und Konzepte für die Herstellung und Nutzung alternativer strombasierter Kraftstoffe untersucht. Diese sollen dazu beitragen, die THG-Emissionen zu verringern und eine Kopplung der Sektoren Verkehr und Strom voranzutreiben [3]. Dabei ist sicherzustellen, dass die neuen Kraftstofftechnologien und die produzierten Kraftstoffe umweltschonender als fossile Energieträger sind. Deshalb wird die Förderinitiative EiV von dem Begleitforschungsprojekt BEniVer (FKZ: 03EIV116C) begleitet. Im Rahmen von BEniVer werden die ökologischen Auswirkungen der unterschiedlichen Kraftstoffpfade über den gesamten Lebenszyklus untersucht – von der Erzeugung über die Produktion bis zur Anwendung. Doch wie lassen sich unterschiedliche Kraftstoffe und Herstellungspfade miteinander vergleichen und welche Umweltwirkungen spielen überhaupt eine Rolle? Welche Stromzusammensetzung soll für künftige Jahre gewählt werden? Wird das gebundene CO2 dem Kraftstoff gutgeschrieben? Gibt es Daten aus dem Realbetrieb – und wenn ja: In welcher Form liegen diese vor?

Die Herausforderungen, die sich aus diesen Fragen ergeben, werden im Folgenden anhand einer Metastudie herausgearbeitet und die Notwendigkeit einer einheitlichen Bilanzierung der Umweltwirkungen über Projektgrenzen hinweg erörtert. Schließlich wird diskutiert, wie das Projekt BEniVer diesen Herausforderungen begegnen wird.

Status quo und seine Her­aus­for­der­ung­en

In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es derzeit noch keinen Konsens über die Bezeichnung alternativer Kraftstoffe. Deshalb wurden mehrere Synonyme (Power-to-Gas, Power-to-Liquid, Biofuels, Green Fuels, Synthetic Fuels, Renewable Fuels, alternative Fuels, Electrofuels) in eine systematische Literaturrecherche einbezogen. Analog zu dieser Vorgehensweise wurde auch eine Liste an Suchbegriffen für den Begriff Ökobilanz (Life Cycle Assessment (LCA), Sustainability Assessment, Multi Criteria Assessment, Life Cycle Inventory) erstellt. Diese Vielfalt der in der Literatur vorkommenden Synonyme macht es schwer, mit nur einer Suchanfrage alle relevanten Studien zu erfassen. Aus diesem Grund wurde eine kleinteiligere Methodik gewählt, die im Folgenden beschrieben wird. Als Suchmaschine wurde Google Scholar verwendet.

Die Suchergebnisse jeder Kombination zweier Synonyme aus den zwei Themengebieten (zum Beispiel Power-to-Gas und LCA) wurden hinsichtlich aller genannten Synonyme anhand des Titels, der Schlagworte und der Kurzfassung durchsucht. Alle Publikationen, die einen Treffer aufwiesen, wurden ausgewählt. Die Suche fand am
18. März 2019 statt. Abschlussarbeiten sowie Bücher wurden aus der Suche ausgeschlossen. Ebenso wurden Studien mit Fokus auf der Ökobilanz von Elek­trofahrzeugen – ein derzeit sehr kontrovers diskutiertes Thema [4] – nicht berücksichtigt. Die direkte Verwendung von Elektrizität wurde im Sinne dieser Analyse nicht als alternativer Kraftstoff gewertet. Die Suche wurde auf englische Literatur beschränkt, da die meisten Fachzeitschriften in englischer Sprache publizieren.

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