Anstieg der atmosphärischen Schwefelhexafluorid-Konzentration, gemessen auf Mauna Loa/Hawaii

Anstieg der atmosphärischen Schwefelhexafluorid-Konzentration, gemessen auf Mauna Loa/Hawaii (Bild: NOAA)

Schwefelhexafluorid (SF6) kommt in gasisolierten Schaltanlagen im Stromnetz zum Einsatz und umgibt dort als Schutzgas die elektrischen Leiter. SF6 ist ein synthetisches Gas, das sich nicht natürlich abbaut. Einmal emittiert, bleibt es für mehr als 3 000 Jahre in der Atmosphäre, bevor es zerfällt. Bereits in den ersten 100 Jahren nach der Eimission entspricht 1 kg SF6 dabei der Treibhauswirkung von mehr als 23 500 kg CO2. Nuventura will durch ihre Technologie die Anwendung von SF6 in Schaltanlagen – immerhin 85 % der gesamten SF6 Produktion – perspektivisch vollständig überflüssig machen. Heute entsprechen die realen, jährlichen SF6 Emissionen im Jahr den CO2-Emissionen von mehr als 100 Mio. Autos im gleichen Zeitraum.

Die Technik von nuventura vereinfacht den Betrieb gegenüber herkömmlichen SF6-basierten Anlagen und ermöglicht Sensorik auch im Gasbehälter der Schaltanlagen anzubringen, um die Zustandsdaten der Anlagen kontinuierlich zu erfassen. Diese Daten ermöglichen es, Wartungszyklen zu optimieren und Handlungsempfehlungen aus dem Anlagenzustand abzuleiten. Zudem ist die Sensorintegration ein wichtiges Instrument für die IT-Sicherheit der Netzsteuerung. Ein wichtiger Schritt in Richtung Netz 4.0. Geplant ist, ein Pilotprojekt mit dem deutschen E.on-Netzbetreiber E.dis AG im Umspannwerk Ketzin zu starten. An diesem Standort liegt auch das Energiewendelabor der E.dis, das zu den Herausforderungen der Energiewende forscht.

"Für uns ist die Kooperation mit nuventura ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz", sagt Alexander Montebaur, Vorsitzender des Vorstandes der E.dis. "Mit nuventura haben wir ein Unternehmen gefunden, das ein wichtiges technisches Asset in unseren Netzen emissionsfrei machen könnte." "Wir sollten alles dafür tun, SF6 so schnell wie möglich aus jeglicher Anwendung zu verbannen", ergänzt Fabian Lemke, kaufmännischer Geschäftsführer bei nuventura. "Deshalb stellen wir unsere Technologie per Lizenzvereinbarung allen Herstellern von Schaltanlagen zur Verfügung." E.on unterstützt das Startup nuventura bereits seit längerem über sein Startup-Programm ":agile". Als Accelerator und Seed Investor scoutet :agile europaweit und in Israel Startups mit Energiebezug, um gemeinsam mit den E.ON Geschäftsbereichen Piloten aufzusetzen.

np-Redaktion

Ähnliche Beiträge