»Die digitale Ortsnetzstation ist die Weiterentwicklung der intelligenten Ortsnetzstation (iONS)«, sagt Daniel Wiese. Als Market Manager Energy bei Wago befasst sich er mit dem Themengebiet Smart Grid

»Die digitale Ortsnetzstation ist die Weiterentwicklung der intelligenten Ortsnetzstation (iONS)«, sagt Daniel Wiese. Als Market Manager Energy bei Wago befasst sich er mit dem Themengebiet Smart Grid (Bild: Wago)

Das Konzept sieht vor, die Ortsnetzstation zur Datensammelstelle mit Koordinationsfunktion auf Verteilnetzebene auszubauen. Dazu bedarf es fernwirktechnischer Hardware wie bereits für intelligente Ortsnetzstationen. Hinzu kommt jedoch Software, die es ermöglicht, die Daten aus Mittel-, aber besonders aus der Niederspannung schon in der Ortsnetzstation entsprechend der unterschiedlichen Aufgabenstellungen und Nutzergruppen aufzubereiten.

Von iONS zur dONS

»Die digitale Ortsnetzstation ist dabei die Weiterentwicklung der intelligenten Ortsnetzstation (iONS)«, so beschreibt es Daniel Wiese, Market Manager Energy bei Wago. »Denn das Konzept der iONS besteht im Wesentlichen nur daraus, dass ein Befehl von der Netzleitwarte abgesetzt und in der Ortsnetzstation verarbeitet wird, beispielsweise, um einen Lasttrennschalter fernzuschalten. Während dieser Trennschalter gefahren wird, wird gleichzeitig die Rückmeldung eingesammelt und an die Leitwarte übergeben mit dem Ziel, die Nachricht ›Ja, hat geschaltet‹ zu übermitteln – mehr aber auch nicht. ­Zusätzlich werden Daten von Messgeräten wie z. B. Kurzschluss-/Erdschlussrichtungsanzeiger übertragen. Das ist wenig intelligent«, erklärt Wiese. Das könne auch die digitale Ortsnetzstation – das, und noch viel mehr.

Praxiseinsatz statt ­Forschungsprojekt

»In der digitalen Ortsnetzstation werden ganz viele Messdaten erhoben, aus der Mittel- aber gerade auch aus der Niederspannung. Auch das ist nicht unbedingt neu«, gibt Wiese freimütig zu. Neu sei jedoch, dass vor Ort die Daten zur Netzberechnung genutzt und so intelligent aufbereitet werden, dass sie bei vielen unterschiedlichen Abteilungen bei einem Verteilnetzbetreiber Anwendung finden können. Dabei sei es ihm wichtig zu betonen, dass es sich bei diesem Konzept nicht um ein theoretisches Forschungsmodell handle, dass in der Praxis ohne jeglichen Erfolgsanspruch erprobt werde. »Die digitale Ortsnetzstation ist bei Verteilnetzbetreibern und Stadtwerken bereits im Einsatz. Sie ist gemeinsam mit den entsprechenden Meistern, Technikern und Ingenieuren entwickelt worden und wird durch den Praxiseinsatz mit ihnen auch gemeinsam weiterentwickelt.«
Um das dONS-Konzept zu verdeutlichen, greift sich Wiese zwei der vielfältigen Anwendungsgebiete von Netzbetreibern heraus:

  • vorhandene Netzkapazitäten erkennen und sofort nutzen sowie
  • vorausschauende Netzplanung durch sinnvolles Asset-Management.
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