netzpraxis 9/2020

Bleifrei – nicht nur an der Tankstelle

Endet die Ausnahme wie geplant, darf Messing kein Blei mehr enthalten, das legt die europäische Richtlinie RoHS (Restriction of Hazardous Substances) fest. In der Reach-Chemikalienverordnung steht Blei zudem auf der Kandidatenliste der »Substances of very high concern«, die schon bald verboten werden könnten.

So lange wollten wir nicht warten, denn bei Lapp hat das Thema Nachhaltigkeit einen sehr hohen Stellenwert. Seit August 2020 bieten wir als erster Hersteller weltweit die gängigsten Kabelverschraubungen auch in einer blei freien Messingvariante an. Sie sind in den metrischen Größen M12 bis M63 sofort lieferbar. Schrittweise werden weitere Produktgruppen um bleifreie Varianten ergänzt. Auch die bisherigen Varianten bleiben vorerst ab Lager verfügbar.

Die Einführung der bleifreien Varianten war sehr aufwendig. Zunächst wurden unterschiedliche blei freie Legierungen untersucht. Dazu gehörten Tests in der Fertigung, um die Prozesssicherheit und die Tauglichkeit der Werkzeuge sicherzustellen. Sowohl das Labor sowie externe Prüfinstitute haben bestätigt, dass die Eigenschaften der Produkte vergleichbar sind mit den aktuellen Varianten. Das gilt für die mechanischen Eigenschaften, die Korrosionsbeständigkeit sowie die EMV-Eigenschaften. Auch erfüllen die blei freien Varianten die Schutzart IP 68. Das neue Material ist zwar schwieriger zu verarbeiten, aber Lapp nimmt die Verantwortung für die Umwelt sehr ernst, und so war es für uns eine logische Konsequenz die bleifreien Varianten ins Standardsortiment aufzunehmen.

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Lisa Schlingmann, Produktmanagerin bei U.I. Lapp GmbH, Stuttgart