7,4 MWp Revamping-Projekt erfolgreich abgeschlossen

Bei gleicher Nennleistung kann die Anlage jetzt bis zu 35 % mehr Ertrag liefern (Bildquelle: PV³ GmbH)

Die Montageprofile, Generatoranschlusskästen und die AC-seitige Installation konnten weiter genutzt werden. Bei gleicher Nennleistung kann die Anlage jetzt bis zu 35 % mehr Ertrag liefern – unter Beibehaltung der Einspeisevergütung aus dem laufenden EEG-Vertrag. Trotz sensibler Dachstatik und durchgängig laufendem Betrieb wurde das Projekt innerhalb von 13 Wochen Bauzeit umgesetzt. Betreiber der Aufdach-Anlage – bei ihrer Errichtung die größte ihrer Art in Deutschland – ist die PV julist GmbH.

Kern der Modernisierung war der Austausch von rund 96000 dachparallel montierten Dünnschichtmodulen gegen rund 16000 kristalline Hochleistungsmodule. Die neuen Module wurden mit 10 Grad Aufständerung in Südausrichtung montiert, um den Ertrag weiter zu optimieren. Die Schletter Group entwickelte dafür ein Montagekonzept, bei dem die bestehenden Solo-Profile des Unternehmens weiter genutzt werden. Nur Modulauflager, Stützen und Klemmen wurden ersetzt. "Bei einer derart großen Anlage spart die Wiederverwendung der Profile viel Zeit und Geld", betont Manuel Schwarzmaier, Projektverantwortlicher bei der Schletter Group.

Geringere statische Belastung

Schletter berechnete die Statik für die Anlage neu und erbrachte die nötigen statischen Nachweise. Durch die aerodynamisch optimierte Montage ist die statische Belastung von Dach und System geringer als vorher.

Das Unternehmen PV³, das das Projekt leitete und plante, legte besonderen Wert darauf, die Ertragsverluste so gering wie möglich zu halten. Die zehn Wechselrichter der Anlage wurden deshalb nacheinander umgebaut. So mussten nie mehr als zwei Wechselrichter gleichzeitig vom Netz genommen werden, und der größte Teil der Anlage blieb durchgehend in Betrieb. Weil das Dach der 113000 m² großen Logistikhalle nicht punktuell belastet werden durfte, erfolgte die Montage mithilfe zweier 80-Meter-Großkräne. Die demontierten Altmodule wurden damit unmittelbar abtransportiert und neue Module direkt auf die Fläche eingesetzt. Dadurch blieb die Dachstruktur geschont und der Umbau konnte ohne Zwischenlagerung erfolgen. Für die Demontage und Installation war die GME clean power AG verantwortlich.

Nach Fertigstellung führte die PV³ Infrarot-Scans per Drohne, Elektrolumineszenz-Messungen sowie Hell- und Dunkel-Kennlinienmessungen durch. Im Oktober 2025 wurde die Anlage durch einen öffentlich bestellten Gutachter abgenommen.

SW&W-Redaktion

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