Das Solarkraftwerk Zwartowo: Während Ausgleichsleistungen für konventionelle Kraftwerke und ausgewählte Windparks in Polen bereits etabliert sind, sahen sich große Solaranlagen bislang mit erheblichen technischen, regulatorischen und betrieblichen Hindernissen konfrontiert, die eine Teilnahme verhinderten (Bildquelle: Goldbeck Solar)
Aufgrund ihrer installierten Leistung ist die Solaranlage in Zwartowo gesetzlich verpflichtet, sich für Regelungsdienste zu qualifizieren. Für Photovoltaikanlagen sind die Zugangsvoraussetzungen jedoch besonders streng und gehen weit über die Standardkriterien für die Teilnahme an Strommärkten hinaus. Die Qualifizierung erfordert präzise Regelbarkeit, sehr hohe Datenqualität, zuverlässige Prognosen sowie robuste betriebliche und rechtliche Prozesse. Der Qualifizierungsprozess dauerte etwa 14 Monate und erforderte eine enge Abstimmung mit Netzbetreibern, Regulierungsbehörden und Marktteilnehmern.
Kurzfristig bis zu 10 % höhere Erlöse
Über die Einhaltung regulatorischer Vorgaben hinaus wird die aktive Teilnahme am Regelenergiemarkt laut Goldbeck Solar zunehmend zu einem strategischen Hebel zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Anlagen im Bereich der erneuerbaren Energien. Interne Modellrechnungen zeigten, dass Solar-PV-Anlagen durch aktive Gebote in Märkten für Zusatzdienstleistungen kurzfristig bis zu 10 % höhere Erlöse erzielen können, wobei sich die langfristigen Gewinne bei etwa 4 % einpendeln würden. Darüber hinaus trage die Teilnahme am Regelenergiemarkt dazu bei, das Risiko von Einspeisebeschränkungen zu verringern, die Vorhersagbarkeit der Einspeisung zu verbessern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktvolatilität zu stärken.
Im Rahmen des Projekts kam ein von Emerson gelieferter Remote-LFC-Knoten zum Einsatz, wobei das Schätzmodell intern von Respect Energy entwickelt wurde. Die Steuerungs- und Kommunikationslösungen von Emerson spielten laut der Projektpartner eine Schlüsselrolle in dem Projekt.