Die vertikal ausgerichteten PV-Module nutzen das flach einfallende Winterlicht besonders effizient (Bildquelle: Sunbooster)
In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif lassen sich laut dem österreichischen Unternehmen durch die Steigerung des Eigenverbrauchsanteils bis zu 75 % der Stromkosten einsparen. Sunbooster-CEO Stefan Ponsold rechnet vor: "Mit einem 1,872-kWp-Solarzaun spart ein deutscher Einfamilienhaushalt zwischen November und März rund 230 Euro seiner Stromkosten ein. Denn die Anlage liefert ihren Ertrag in den Morgen- und Abendstunden zwischen 7 und 11 Uhr bzw. 15 und 17 Uhr, wenn der Netzstrom besonders teuer ist."
Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Stromanbieter in Deutschland mit mehr als 100000 Kunden dynamische Tarife anbieten. Wer sie nutzt, kann mit den Solarzäunen im Winter besonders viel sparen, weil die Strompreise dann im Schnitt drei- bis viermal so hoch sind wie in den Sommermonaten, erläutert Ponsold: "Im Winter 2024/25 kostete der Strom an der deutschen Börse abends teilweise mehr als 0,90 Euro pro kWh, und eine von einer vertikalen PV-Anlage am Abend erzeugte Kilowattstunde war zum Teil mehr als 0,30 Euro pro kWh mehr wert als eine mittags von einer nach Süden ausgerichteten PV-Anlage erzeugte Kilowattstunde."
Nach zwei bis drei Jahren amortisiert
Durch die bifaziale Zelltechnologie wird auch das vom Schnee reflektierte Licht genutzt, was den Gesamtertrag weiter steigert. Außerdem bleibt auf den Zäunen im Unterschied zu PV-Dachanlagen und Freiflächensystemen kein Schnee liegen.
Weil man die Solarzäune bei einer maximalen Leistung von 800 W wie Balkonkraftwerke weder anmelden noch bewilligen lassen muss und sie in vielen Städten und Gemeinden zusätzlich gefördert werden, amortisierten sich diese laut dem Anbieter bereits nach zwei bis drei Jahren. Auch hier bemüht das Unternehmen ein Rechenbeispiel: Bei einer fünf Meter langen Zaunanlage mit Ost-West-Ausrichtung, einem Strompreis von 0,40 Euro pro kWh und einer einmaligen Balkon-PV-Förderung von 300 Euro spare das System jedes Jahr 416 Euro Stromkosten ein. Somit hätten sich die Anfangskosten in Höhe von 1200 Euro bereits im vierten Betriebsjahr vollständig amortisiert.