Eine stabile Husum Wind in politisch und wirtschaftlich herausfordernden Zeiten werteten die Veranstalter als großen Erfolg (Bildquelle: MHC)
Auf der Messe gab es anfangs ordentlich Wind. Nicht nur, dass Sturmtief Zack am Eröffnungstag durch Schleswig-Holstein zog, sondern die Schirmherrin der Husum Wind, Bundesministerin Katherina Reiche, hatte kurz zuvor für Unmut bei Landesregierung und Branche gesorgt. Diese zeigte aber auf der Messe deutlich Flagge. "Wir haben den Herausforderungen getrotzt und gehen mit Rückenwind aus der Messe hervor. Eine stabile Husum Wind in politisch und wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist als großer Erfolg zu werten", bilanzierte Meike Kern, Geschäftsführerin der Messe Husum & Congress.
Die Jobbörse WINDCareer hat in diesem Jahr an den zwei Veranstaltungstagen mit 29 Ausstellenden rund 800 interessierte Nachwuchsfachkräfte angelockt. Angebote wie die Netzwerkveranstaltung "Women in Wind" kamen ebenfalls gut an
Highlights: Neue Prototypen, Signings und Messetrend Cybersicherheit
Auf großes Interesse bei den Besuchenden stießen in Husum vorgestellte Produktneuheiten und Turbinen-Premieren. So wurden neue Prototypen, darunter auch Modelle mit deutlich größeren Rotordurchmessern und höheren Nennleistungen präsentiert. Dass die Branche ambitioniert und langfristig denkt, zeigten zudem verschiedene Vertragsunterzeichnungen auf der Messe. So schlossen Enercon und Juwi einen Partnerschaftsvertrag für eine langfristige Zusammenarbeit bei Windprojekten bis 2030. GE Vernova und Enertrag gaben eine bedeutende Turbinenbestellung für Deutschland bekannt. UKA, Nordex und die Max Bögl Wind AG schlossen in Husum einen Vertrag für ein großes Windparkprojekt: Auf dem Mercedes-Benz-Testgelände in Papenburg sollen rund 20 Anlagen mit über 140 MW Leistung entstehen. Und Alterric unterzeichnete Lieferverträge mit Vestas und Enercon für 20 neue Windturbinen.
Die Future & Innovation Hall bot nachgefragten Themen wie Cybersicherheit, KI, Drohnentechnik und Datenmanagement eine neue wichtige Plattform. Mohamed Harrou, Cybersicherheitsexperte in der Digital+ Area, machte deutlich: "Resilienz braucht robuste digitale Infrastrukturen. Cybersicherheit, KI und vernetztes Datenmanagement sind nicht länger optionale Komponenten, sondern essenzielle Elemente für ein stabiles Energiesystem."