Neues NETZlabor erprobt schnelleren Netzanschluss für E-LKW-Flotten

Der Hochlauf der E-LKW hat begonnen. Netze BW rechnet in den nächsten Jahren mit starkem Wachstum (Bildquelle: Netze BW)

Ziel ist, Ladevorgänge so zu gestalten, dass sie sich dynamisch an der bereits verfügbaren Netzkapazität orientieren – und dadurch Leistungserhöhungen früher möglich werden können, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Das ist besonders dann möglich, wenn der Stromverbrauch niedrig ist oder vermehrt erneuerbare Energien ins Netz einspeisen.

Für Industrie und Logistik ist die Elektrifizierung von Lkw anspruchsvoll, weil die dafür benötigten hohen Anmeldeleistungen oft erst nach aufwendigem Netzausbau bereitgestellt werden können. "Mit FlexCharge BW – NETZlabor E‑LKW testen wir innovative Lösungen für einen schnelleren Netzanschluss. Um wertvolle Erkenntnisse aus der Praxis zu gewinnen, arbeiten wir eng mit zwei Unternehmen zusammen – der Spedition Stickel aus Nagold und Logistik Schmitt aus Bietigheim", erklärt Projektleiterin Dr. Kathrin Walz.

"Das Stromnetz ist nicht immer gleich stark belastet", ergänzt Nadine Eisinger, stellvertretende Projektleiterin von FlexCharge BW. "Zu bestimmten Zeiten gibt es mehr freie Kapazitäten. Netzorientiertes Laden kann diese Zeitfenster nutzbar machen – und so ermöglichen, dass zusätzliche Leistung bereits vor Abschluss eines Netzausbaus genutzt werden kann."

Entwicklung dynamischer Ladefahrpläne

Im NETZlabor E-Lkw werden dazu dynamische Ladefahrpläne entwickelt: Der Netzbetreiber stellt Informationen zur Netzsituation bereit und das Energiemanagement am Standort übersetzt diese Vorgaben in konkrete Ladepläne für die Fahrzeuge.

Um Erkenntnisse aus realen Betriebsabläufen zu gewinnen, findet die Erprobung an zwei Logistikstandorten statt. Insgesamt sind im Feldtest beteiligt: zwei Logistikunternehmen, vier Depotstandorte, 20 Schnellladepunkte für Nutzfahrzeuge und 40 E‑LKW. Die praktischen Erfahrungen werden durch Datenanalysen und Simulationen ergänzt, um Potenziale zu bewerten und Ergebnisse auf weitere Standorte zu übertragen. Das Projekt läuft nach aktuellem Stand bis Dezember 2026.

 

SW&W-Redaktion

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