Wer PV-Anlage, Batteriespeicher und Wallbox intelligent verknüpft, kann den Endenergiebedarf gegenüber einem konventionellen Gebäude um bis zu 92 % senken (Bildquelle: Hager)
Viele Eigenheimbesitzer erzeugen bereits Solarstrom, heizen elektrisch oder fahren mit einem Elektroauto. Doch die meisten dieser Technologien laufen noch nebeneinanderher. Erst wenn PV-Anlage, Batteriespeicher, Wallbox und Wärmepumpe intelligent vernetzt werden, entsteht ein Energiesystem, das den selbst erzeugten Solarstrom optimal nutzt und Energiekosten senkt, betont die Initiative Elektro+. Wie viel Energie und Geld Haushalte tatsächlich einsparen können, hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag des ZVEI untersucht.
Für ein typisches Einfamilienhaus mit rund 132 m2 Wohnfläche zeigt die Studie: Im vollständig elektrifizierten und intelligent vernetzten Zukunftshaus sinkt der Endenergiebedarf gegenüber einem konventionellen Gebäude um bis zu 92 %, die laufenden Energiekosten reduzieren sich um rund 2360 Euro pro Jahr. "Die Studie zeigt eindrücklich, was technisch und wirtschaftlich möglich ist, wenn alle Geräte im Haus kommunizieren und zusammenarbeiten", sagt Torsten Hoffmann, Experte der Initiative Elektro+. "Für viele Hausbesitzer ist das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft.""
Die entscheidende Kennzahl dabei ist die Eigenverbrauchsquote. Laut Fraunhofer-ISI-Studie liegt diese ohne intelligente Steuerung bei nur 36 %. Mit Batteriespeicher, Elektroauto und smartem Energiemanagementsystem steigt sie auf 68 % – ein Plus von 32 Prozentpunkten.
Frühzeitig planen – langfristig sparen
Für die richtige Dimensionierung des Zählerschranks empfiehlt die Initiative Elektro+ die 20-%-Regel: Rund ein Fünftel der Montagereihen eines Zählerschranks sollte bewusst frei bleiben. Diese Reserve sei entscheidend, damit später etwas nachgerüstet werden kann, ohne Umbauten oder zweiten Schrank.
Verglichen wurden drei Szenarien: vollständige Integration von Anfang an, vorbereitete Nachrüstung nach zehn Jahren und ungeplante Nachrüstung nach zehn Jahren. Die Gesamtkosten über 20 Jahre lagen bei frühzeitiger Integration bei rund 69000 Euro, gegenüber rund 111000 Euro ohne jede Vorbereitung. "Wer heute baut oder saniert, sollte unbedingt Leerrohre verlegen lassen – eines für die Energieversorgungsleitung, eines für die Datenleitung zur Steuerung", rät Hoffmann. "Viele unterschätzen, wie aufwendig und teuer nachträgliche Installationen werden, wenn diese Vorbereitung fehlt."