Die PV-Anlage liefert rund 25 % des gesamten Strombedarfs des VW-Standorts (Bildquelle: Quanta Energy GmbH)
Auf der 18,3-MW-Anlage weiden 100 Schafe der Rasse Wielkopolska. Sie ersetzen die mechanische Grünpflege unter mehr als 31000 Solarmodulen. Das von Volkswagen Poznań umgesetzte Projekt verbindet die Erzeugung erneuerbarer Energie mit dem Schutz der Biodiversität.
Die Schafe regulieren den Pflanzenbewuchs auf natürliche Weise und profitieren gleichzeitig von dem Schatten und Schutz, den die Solarmodule bieten. Die PV-Anlage wurde von Quanta Energy realisiert, das auch für ihren Betrieb verantwortlich ist. Sie zählt zu den größten On-Site-Photovoltaikanlagen Europas. An sonnigen Tagen kann sie den Strombedarf des Werks vollständig decken; im Jahresverlauf liefert sie rund 25 % des gesamten Strombedarfs des Standorts.
Wissenschaft untersucht Agri-Photovoltaik
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Naturwissenschaftlichen Universität Poznań durchgeführt. Forschende der Fakultät für Veterinärmedizin und Tierwissenschaften sowie der Fakultät für Umwelttechnik und Maschinenbau untersuchen die Auswirkungen der Agri-Photovoltaik auf das Tierwohl, das Verhalten der Tiere sowie auf das Funktionieren des gesamten Ökosystems unter der Photovoltaikanlage.
Die Untersuchungen umfassen unter anderem die Qualität der Weidevegetation, das Mikroklima in verschiedenen Bereichen der Anlage, die Bodeneigenschaften sowie das Tierwohl. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich die Erzeugung erneuerbarer Energie möglichst effizient mit einer landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen verbinden lässt.
Die Herde wurde Ende April auf die Photovoltaikanlage gebracht und wird dort bis zum Herbst unter der kontinuierlichen Betreuung erfahrener Schäfer gehalten. "Die Tiere haben sich hervorragend an ihre neue Umgebung angepasst. Wir sehen, dass sich die Herde sicher fühlt – die Schafe teilen sich in kleinere Gruppen auf und grasen ruhig in verschiedenen Bereichen der Anlage. Das ist der beste Beweis dafür, dass sie sich an diese Umgebung gewöhnt haben, denn eine Herde, die sich bedroht fühlt, bleibt immer eng zusammen", erläutern die beteiligten Experten.