PV-Anlagen auf städtischen Mehrfamilienhäusern können sich in bestimmten Regionen bereits innerhalb von zwölf Jahren amortisieren. (Quelle: Freepik)
Laut Angaben der Deutschen Energie-Agentur entfällt ein Großteil der ungenutzten PV-Potenziale heute auf urbane Dachflächen. Die Umsetzung zeigt sich hier jedoch anspruchsvoller: Komplexe Eigentümerstrukturen, schwierige technische Gegebenheiten und die rechtlichen Rahmenbedingungen führen dazu, dass viele Projekte bislang nicht realisiert werden.
Dennoch entwickelt sich die Dynamik aktuell − auch dank gesetzlicher Anpassungen und neuer Geschäftsmodelle.
Mieterstrom als Modell mit Perspektive
Einen wesentlichen Baustein für die Erschließung dieser Potenziale stellt das Mieterstrommodell dar. Bei diesem wird der erzeugte Solarstrom direkt an die Bewohner:innen des jeweiligen Gebäudes geliefert.
Die EEG-Novelle 2021 brachte erste Vereinfachungen in diesem Zusammenhang, unter anderem durch die Anhebung des Mieterstromzuschlags. Die Bundesnetzagentur hat zudem den Abbau bürokratischer Hürden angestoßen.
Für die Umsetzung braucht es dennoch belastbare Konzepte: Wirtschaftlich tragfähige Lösungen erfordern die Integration von moderner Speichertechnik, den Reststrombezug und intelligenter Messtechnik. Einige große Wohnungsunternehmen haben jedoch kürzlich bereits erste erfolgreiche Projekte umgesetzt.
Technische Umsetzung mit regionalem Know-how
Die planerischen und technischen Anforderungen in Mehrfamilienhäusern zeigen sich komplexer als bei normalen Einfamilienhäusern.
Daher gewinnt auch regionale Expertise in diesem Kontext an Bedeutung. Experten für Solar Nürnberg Projekte, bei denen unterschiedliche Gewerke und Eigentümerinteressen zusammengebracht werden müssen, stellen beispielsweise empfehlenswerte Ansprechpartner für diejenigen dar, die nach individuellen Lösungen suchen.
Das Ziel besteht darin, neue Ansätze für städtische PV-Projekte zu entwickeln, die sowohl technische Effizienz als auch wirtschaftliche Tragfähigkeit sicherstellen. Dazu zählen unter anderem auch Beratungsangebote für Wohnungseigentümergemeinschaften und modulare Konzepte für spätere Speicher- oder Ladelösungen.
Wirtschaftlichkeit rückt stärker in den Vordergrund
Die Debatte um die Wirtschaftlichkeit ist berechtigt, denn Investitionen in Photovoltaik auf Mehrparteienhäusern sind komplex kalkuliert.
Seit 2023 ermöglicht das novellierte Energiewirtschaftsgesetz sogenannte Energiegemeinschaften, bei denen mehrere Parteien innerhalb eines Gebäudes gemeinsam Solarstrom nutzen dürfen. Parallel wirken die steigenden Strompreise auf dem Markt als zusätzlicher Investitionsanreiz.
Entsprechende Untersuchungen zeigen, dass sich PV-Anlagen auf städtischen Mehrfamilienhäusern in bestimmten Regionen bereits innerhalb von zwölf Jahren amortisieren können. Dies gilt vor allem, wenn Mieterstromförderung und Eigenverbrauch kombiniert werden.
Kommunale Strukturen als wichtige Akteure
Städte und Gemeinden haben durch ihre Steuerungsfunktion einen erheblichen Einfluss auf die Umsetzung von Solaranlagen.
Einige Kommunen bieten zum Beispiel gezielte Förderprogramme oder Dachflächenkataster, die Eigentümer auf geeignete Flächen aufmerksam machen. Städte wie München, Leipzig oder Freiburg unterstützen PV-Projekte im Geschosswohnungsbau daneben in Form von Beratungsstellen, Fördergeldern oder vereinfachten Genehmigungsverfahren.
Diese Maßnahmen beschleunigen nicht nur den Ausbau, sie stärken auch das Vertrauen aller Beteiligten.
Technik entwickelt sich weiter
Die technologische Entwicklung ermöglicht heute bereits wesentlich flexiblere Lösungen für den urbanen Raum.
Mini-PV-Anlagen für Balkone und Terrassen sorgen für einen niedrigschwelligen Einstieg, der sich im Anschluss mit größeren Projekten verknüpfen lässt. Die neue Generation von Wechselrichtern, optimierte Speicherlösungen und digitale Steuerungen schaffen darüber hinaus eine fortschrittliche Basis für ein vernetztes Energiemanagement, auch bei Bestandsgebäuden.
In Kombination mit E-Mobilität oder Wärmepumpen entstehen so heute immer öfter integrierte Energiekonzepte, die den Stromverbrauch flexibilisieren und den Eigenverbrauchsanteil erhöhen − sowohl auf dem Land als auch in der Stadt.