Zugvögel meiden Windenergieanlagen fast vollständig

Für die Studie wurden modernste Methoden eingesetzt: KI-gesteuerte Stereokameras bestimmten die Flugaktivität im Rotorbereich, während ein spezialisiertes Vogelradar das Zuggeschehen aufzeichnete (Bildquelle: BioConsult SH GmbH & Co. KG)

Jedes Jahr überqueren Millionen Zugvögel die Nord- und Ostsee und damit auch Gebiete mit Offshore-Windparks. Welche Auswirkungen diese Anlagen auf Zugvögel haben, ist bisher nur unzureichend erforscht. Ziel der Studie war es, mithilfe modernster Technologien präzise Daten über das Ausweichverhalten zu gewinnen. So konnten bisherige Annahmen überprüft werden.

Die Forschenden analysierten über vier Millionen Vogelbewegungen innerhalb von eineinhalb Jahren. Die Daten widerlegen laut BWO die bisherige Annahme, dass hohe Zugintensität automatisch mehr Kollisionen bedeutet. Pauschale Abschaltungen bei starkem Vogelzug würden daher nicht sinnvoll erscheinen.

Mit über 99,8 % der tag- und nachtziehenden Vögel mied ein deutlich größerer Anteil die Anlagen als bislang angenommen. Entgegen der bisherigen Annahme stieg die Kollisionsrate nicht mit der Anzahl ziehender Vögel. Auch bei hoher nächtlicher Zugaktivität flogen nur sehr wenige Vögel durch den Rotorbereich. 

Grundlage für faktenbasierte Diskussion

Dabei verweist der BWO auf den technologischen Fortschritt bei der Erdfassung. Die Kombination aus Radar und KI-basierten Kameras stelle einen methodischen Durchbruch dar und erlaube eine bislang unerreichte Genauigkeit bei der Erfassung von Vogelflugbewegungen in der Rotorebene. Dies ermögliche belastbare Rückschlüsse zur Kollisionshäufigkeit.

"Die neue Studie bestätigt, dass der naturverträgliche Ausbau der Offshore-Windenergie im Einklang mit diesen Vögeln funktioniert und nicht gegen sie. Mit dieser Forschung wollen wir die Diskussion versachlichen, die Datengrundlage verbessern und Entscheidungen auf Faktenbasis treffen", bilanziert BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm die Ergebnisse der Studie.

SW&W-Redaktion

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