Cloud-basierte Dienstleistung statt Leitwartensteuerung

Bild 4. Der Zustand der Lichtpunkte ist mit dem Smart Lighting Service stets im Blick

Bild 4. Der Zustand der Lichtpunkte ist mit dem Smart Lighting Service stets im Blick (Quelle: Phoenix Contact)

Abgesehen von den bereits beschriebenen Hardwarekomponenten setzt die Kommune die IoT-Plattform ­Grovez.io für die neue Lösung ein. ­Grovez.io ist speziell für Applikationen im Bereich urbane Infrastruktur entwickelt worden. Als zentraler Bestandteil der IoT-Plattform dient ein eigens betriebener LoRaWAN-Netzwerkserver einschließlich verschiedener Decoder-Anwendungen auf der vorgelagerten Integrationsebene. Im Netzwerkserver werden die Daten sämtlicher registrierter Endgeräte für die Organisation gemanagt und gepflegt. Darüber hinaus stehen unterschiedliche Schnittstellen zur Kommunikation mit weiteren Plattformen bereit. Grovez.io bietet zudem einen eigenen Applikationsserver für die Verwendung von Software im Rahmen einer Software-as-a-Service-Dienstleistung (SaaS).

Der Betreiber der Straßenbeleuchtung in Giardinello nutzt nun statt der klassischen Steuerung in einer Leitwarte den Smart Lighting Service als SaaS. Hierzu loggen sich die Mitarbeitenden mit Zugangsberechtigung über einen Webserver ein. Danach können sie die Straßenbeleuchtung manuell aus der Ferne steuern. Durch die Kombination aus moderner LED-Technik und der LoRaWAN-basierten Steuerungstechnik lässt sich jede einzelne Leuchte ansteuern und diagnostizieren. Tritt eine Dysfunktion auf, wird der Anwender automatisch über ein Alarmmanagement informiert (Bild 4).  

Bedarfsgerechte Einstellung der Dimmstufen

Über den Smart Lighting Service als Beleuchtungsmanagementsoftware können verschiedene Dimmstufen eingestellt werden, was einen direkten Einfluss auf den Energieverbrauch und die Lebensdauer der Leuchten hat. Um komplette Gebiete komfortabel zu verwalten, lassen sich Gruppen bilden und zusammenschalten. Während die Leuchten in der Nacht in einigen Teilen des Orts zwecks Einsparung von Energie und Kosten heruntergedimmt werden, leuchten andere Lampen aus Sicherheitsgründen – zum Beispiel an Fußgängerüberwegen – weiterhin zu 100 %. Der in der Lösung hinterlegte astronomische Kalender vereinfacht die Einstellung. Ferner fungieren im Feld verbaute Sensoren als zusätzliches Triggersignal für eine Automatisierung. Mit einer bedarfsorientierten Beleuchtung kann der ursprüngliche Energieverbrauch um bis zu 80 % reduziert werden.

Nachdem dieser Schritt vollzogen ist, denken die Verantwortlichen in Giardinello über weitere Möglichkeiten und den Einsatz der installierten LoRaWAN-Infrastruktur nach. Erste Ideen kreisen um die Integration von Verkehrssensoren von Fahrzeugen, perspektivisch zum Beispiel als Signalgrundlage für eine adaptive verkehrsabhängige Steuerung der Beleuchtung. Denkbar wäre außerdem der Aufbau eines Umweltmonitoringsystems auf Basis von LoRaWAN-fähigen Sensoren. Egal in welche Richtung sich Giardinello entwickeln wird: Die Gemeinde ist jetzt schon smarter als so manche Großstadt.

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Fabian Pasimeni MBA & Eng., Manager Infrastructure Applications & Projects, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont, fpasimeni@phoenixcontact.com
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