Geplant sind 36 Energie-Container, die noch in diesem Jahr geliefert und in Betrieb genommen werden (Bildquelle: Capac Energy)
Lithium-Großbatteriespeicher sind abhängig von Rohstoff- und Lieferketten aus Asien und insbesondere China. Zink-Bromid-Großbatteriespeicher kommen dagegen ohne kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel aus, basieren auf einer nicht entflammbaren, wasserbasierten Zellchemie und sind für zyklenintensive, stationäre Anwendungen geeignet.
Im Triwo Technopark in Bruchsal entsteht das erste europäische Großbatteriespeicherprojekt auf Basis dieser Technologie. Capac Energy, Stadtwerke Bruchsal, Triwo AG und JP Holding wollen damit erstmals in Europa Zink-Bromid-Großbatteriespeicher in einem Infrastrukturprojekt dieser Art einsetzen. Geplant sind 36 Energie-Container, die noch in diesem Jahr geliefert und in Betrieb genommen werden.
Zugleich ist das Projekt als wirtschaftlich eigenständiges Infrastruktur-Asset angelegt. So sollen Erlöse über den marktorientierten Handel an den Strombörsen entstehen. Dazu gehören Day-Ahead- und Intraday- Arbitrage, die Bereitstellung von Flexibilität sowie weitere Systemdienstleistungen. Die Vermarktung und Optimierung wird hierbei über vollautomatisierte, KI-gestützte Handels- und Optimierungsalgorithmen erfolgen.
Keine aufwendigen Kühl- und Klimageräte
Die Zink-Bromid-Batterien von Eos Energy Enterprises nutzen eine wasserbasierte Batteriearchitektur. Im Inneren bewegen sich Ionen beim Laden und Entladen durch einen wasserhaltigen Elektrolyten zwischen bipolaren Elektroden. Elektrische Energie wird dabei über die Abscheidung von Zink gespeichert und später wieder als Strom abgegeben.
Die Technologie wurde gezielt für stationäre, zyklenintensive Anwendungen entwickelt. Ihr wasserbasierter, nicht entflammbarer Elektrolyt schafft laut Hersteller ein vorteilhaftes Sicherheitsprofil für den Einsatz in Großprojekten. Im Unterschied zu vielen Lithium-Ionen-Systemen benötigt die Technologie keine aufwendigen Kühl- und Klimageräte. Gleichzeitig ist sie auf eine Lebensdauer von über 25 Jahren ausgelegt, bei einer kumulierten Degradation von lediglich rund 3 % über diesen Zeitraum.