Die Analyse auf Bundesländer- und Landkreisebene offenbart klare regionale Unterschiede beim Wärmepumpeneinsatz (Bildquelle: Viessmann)
Die Vormachtstellung der Wärmepumpe ist im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser mit einem Anteil von etwa 75 % besonders ausgeprägt. In Mehrfamilienhäusern zeigt sich ein anderes Bild: Rund ein Drittel der Gebäude heizt mit Wärmepumpe, während die Fernwärme mit 34 % knapp führt. Das hängt laut Viessmann vor allem mit Faktoren wie begrenztem Platzangebot und Eigentumsverhältnissen zusammen.
Klassische Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen sind klar auf dem Rückzug: Der Anteil der Gasheizung liegt bei Wohngebäuden nur noch bei rund 15 %, die Ölheizung ist mit 0,3 % im Neubau praktisch nicht mehr existent.
Der Norden hinkt hinterher
Im Bundesländer-Vergleich zeigen sich Sachsen-Anhalt (83 %) und das Saarland (82 %) als Spitzenreiter bei der Installation von Wärmepumpen in Neubauten. Dicht dahinter folgen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit jeweils 75 %. Schleswig-Holstein, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen dagegen die niedrigsten Werte unter den Flächenländern.
Die hohe Siedlungsdichte und die gut ausgebauten zentralen Versorgungsnetze in den Stadtstaaten erklären laut den Studienautoren, warum dort die Wärmepumpen-Quoten geringer ausfallen: Hamburg (44 %), Berlin (37 %) und Bremen (31 %) weisen bundesweit die niedrigsten Werte auf. Bemerkenswert ist allerdings, dass in Bremen noch immer in mehr als der Hälfte aller Neubauten (52 %) auf Gasheizungen gesetzt wird.
Städte-Ranking: Magdeburg und Oldenburg an der Spitze
Ein Blick auf die Stadtebene zeigt, dass ostdeutsche Städte beim Einbau von Umweltwärme vorangehen. Unter den Großstädten mit einer relevanten Anzahl an Neubauten (mehr als 100 im Jahr 2024) führt laut der Auswertung Magdeburg mit einem Wärmepumpen-Anteil von 86 %, gefolgt von Oldenburg (80 %) und Chemnitz (79%). Koblenz (93 %), Mönchengladbach (91 %) und Dessau (über 90 %) erreichen zwar noch höhere Werte, hier wurden jedoch 2024 nur Neubauten im zweistelligen Bereich fertiggestellt.
Ein anderes Bild zeigt sich bei Büro- und Verwaltungsgebäuden: Hier liegt der Anteil der Wärmepumpen bei 48 %. Fernwärme und Gas spielen mit jeweils 19 % in diesem Segment weiterhin eine wichtige Rolle. Ähnliche Werte weisen die wirtschaftlich genutzten Neubauten auf. Diese Zahlen verdeutlichen laut Viessmann, dass im gewerblichen und öffentlichen Bereich noch erhebliches Potenzial für die Energiewende im Neubau besteht.