Steigende CO₂-Preise treffen am meisten Wilhelmshaven und Oldenburg

Bundesweit werden durchschnittlich fast zwei Drittel der Gebäude nach wie vor mit Gas beheizt (Bildquelle: AdobeStock_503453205)

Der Start des neuen europäischen Emissionshandelssystems (ETS-2) wurde auf Anfang 2028 verschoben, aber eine spürbar höhere Kostenbelastung wird Hausbesitzern bereits in diesem Jahr treffen. Mit dem Beginn von 2026 ist der CO₂-Preis für das Heizen mit Öl, Kohle und Gas von 55 auf bis zu 65 Euro/t gestiegen. Aroundhome hat die Heizarten in den 150 größten Städten in Deutschland untersucht und zeigt, in welchen Regionen besonders viele Haushalte betroffen sind. 

Bundesweit werden durchschnittlich fast zwei Drittel der Gebäude nach wie vor mit Gas beheizt (63,7 %). Besonders hoch ist der Anteil in Wilhelmshaven (94,7 %), Oldenburg (93,1 %), Delmenhorst (89,5 %), Neuwied (87,1 %) und Witten (84,9 %), wo ein Großteil der Haushalte vom steigenden CO₂-Preis betroffen sein wird. Auch in einwohnerstärkeren Städten wie Hannover (77,2 %), Frankfurt am Main (75,4 %), Düsseldorf (73,9 %) und Köln (72,7 %) liegt der Gasanteil deutlich über dem Bundesdurchschnitt. 

Energetische Sanierungen als einziger nachhaltiger Weg

Ölheizungen dagegen sorgen durchschnittlich in etwa jedem zehnten Haushalt für die Wärmezufuhr (10,3 %). In Schwäbisch Gmünd mit 28,1 %, Offenburg mit 26,4 % und Bergheim mit 25,4 % reicht der Anteil sogar bis zu mehr als einem Viertel der Gebäude.

Jannis Mischke, Experte für energieeffizientes Wohnen bei Aroundhome, betont: "Der Start von ETS-2 wurde zwar verschoben, aber Hausbesitzer sollten sich trotzdem nicht in Sicherheit wiegen, da für viele die Kosten bereits heute steigen. Die Preiserhöhung mag im ersten Moment überschaubar klingen, kann je nach Energieeffizienz aber schnell auf einen dreistelligen Betrag anwachsen." Wer jetzt nicht handle, riskiere langfristig spürbar höhere Heiz- und Betriebskosten.

"Energetische Sanierungen sind daher kein optionales Zukunftsthema, sondern der einzige nachhaltige Weg, um Kosten dauerhaft zu senken – auch dann, wenn die Preise perspektivisch noch weiter steigen. Insbesondere Lösungen wie Wärmepumpen oder Solarthermie machen unabhängiger von fossilen Energien, schützen vor steigenden Abgaben und erhöhen dabei auch den Wert der Immobilie erheblich", konstatiert Mischke. Eigentümer sollten sich spätestens jetzt zu passenden Förderprogrammen informieren, empfiehlt der Heizungsexperte.

SW&W-Redaktion

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