Warmwasser-Wärmepumpe: Bis zu 70 % Energie aus der Raumluft

Der jährliche Stromverbrauch für die Warmwasserbereitung liegt bei einem Drei-Personen-Haushalt mit einer Warmwasser-Wärmepumpe bei lediglich 450 kWh (Bildquelle: Stiebel Eltron)

„Das macht die Warmwasser-Wärmepumpe zu einer interessanten Alternative zur klassischen Warmwasserbereitung, die an die Heizung gekoppelt ist sowohl im Neubau als auch bei der Modernisierung. Besonders im Sommer zeigt sie ihre Stärken: Während die Heizung ausgeschaltet bleibt, übernimmt sie zuverlässig die Warmwasserbereitung“, erklärt Matthias Goebel, Experte der Initiative Wärme+.

Vor allem Kellerräume oder Hauswirtschaftsräume werden oft ungewollt passiv beheizt, sei es durch einen Heizkessel oder durch elektrische Geräte, die viel Wärme abstrahlen. "Diese Energie sollte man nicht ungenutzt lassen", empfiehlt M. Goebel. „Die Warmwasser-Wärmepumpe zieht bis zu 70 Prozent der zur Warmwasserbereitung benötigten Energie aus der Umluft. Diese Wärme wird in den integrierten Speicher eingespeist und versorgt ein komplettes Ein- oder Zweifamilienhaus zuverlässig mit warmem Wasser." Ein angenehmer Nebeneffekt: Während die Warmwasser-Wärmepumpe der Umgebungsluft Wärme entzieht, sinkt die Raumtemperatur leicht. Die kühlere Luft bindet weniger Feuchtigkeit – der Raum bleibt trocken, gelagerte Lebensmittel halten länger und Wäsche trocknet schneller.

Konkrete Einsparungen im Betrieb

Der typische Energieverbrauch für die Warmwassererzeugung liegt in einem Drei-Personen-Haushalt bei 2200 kWh jährlich. Mit einer Warmwasser-Wärmepumpe muss nur rund ein Viertel dieser Energie aus dem Stromnetz bezogen werden. Die restliche Wärmeenergie gewinnt das Gerät aus der Luft. Der jährliche Stromverbrauch für die Warmwasserbereitung beträgt also nur 450 kWh. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,33 Euro pro kWh ergeben sich jährliche Kosten in Höhe von etwa 150 Euro.

Besonders wirtschaftlich arbeitet eine Warmwasser-Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. "Das rechnet sich doppelt", erklärt M. Goebel. "Einerseits erhöhen Hausbesitzer ihren Eigenverbrauch, andererseits erhalten sie eine nahezu kostenlose Warmwasserbereitung." Ob die Warmwasser-Wärmepumpe mit der Photovoltaikanlage kommunizieren und automatisch dann Wasser erwärmen kann, wenn gerade viel Solarstrom verfügbar ist, zeigt die Kennzeichnung "SG-ready" (Smart Grid ready). Bei vielen Modellen ist das bereits der Fall.

SW&W-Redaktion

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