Verzicht auf Isoliergas und Mineralöl
Im Hinblick auf die inneren Werte hat die Trafostation noch einiges Weitere zu bieten. Die Mittelspannungsschaltanlage setzt sich aus vier Abschnitten zusammen, den sog. Schaltfeldern. Sie verbinden die Station mit dem 30-kV-Unternehmensnetzwerk und den beiden Transformatoren. Als Isoliermedium der Mittelspannungsschaltanlage wurde bewusst auf Luft statt der sonst üblichen Gasisolation gesetzt. Eine Anlage, die das klimaschädliche Isoliergas SF6 nutzt, wäre deutlich kompakter. SF6 erweist sich jedoch als 23.000-mal klimaschädlicher als CO2. Die zwei installierten Transformatoren dienen der Versorgung des All Electric Society Parks sowie der Anbindung eines 1,1-MWh-Batteriespeichers. Gekühlt werden die Transformatoren durch einen synthetischen Ester. Diese biologisch abbaubare Isolationsflüssigkeit ersetzt das sonst gebräuchliche Mineralöl und trägt so zur Nachhaltigkeit der Trafostation bei (Abb. 2).
Die Niederspannungsschaltanlage, die ebenso im Schaltraum untergebracht ist, übernimmt den Schutz der einzelnen Verbraucher und Erzeuger im All Electric Society Park. Jeder Abgang bzw. jedes Kabel wurde mit einer eigenen Energiemessung ausgestattet. Im Fernwirkschrank, der neben der Eingangstür zum Schaltraum platziert ist, befindet sich die Energieversorgung für die 24 V DC der Station. Der Schrank umfasst eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sowie die Netzwerktechnik und die Remote Terminal Unit (RTU). Die Station ist via Lichtwellenleiter mit der Leitzentrale im Pavillon verbunden.
Der Fernwirkschrank fungiert als Herzstück der digitalen Trafostation, denn hier laufen alle Signale aus den verschiedenen Anlagenteilen zusammen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Messwerte und Statusmeldungen der Schutzgeräte in der Mittelspannungsschaltanlage, Temperaturmesswerte der Transformatoren sowie Energiemesswerte aus der Niederspannungsschaltanlage. Zudem werden Statusmeldungen der Station erfasst, z.B. das Betreten der Anlage. Über eine zentrale Datenbank stehen die gesammelten Daten einer Visualisierung sowie der sektorübergreifenden Regelung des Parks zur Verfügung (Abb. 3).

