Elektronische Beschreibung aller Komponenten und Systeme

Abb. 5 Schematischer Kostenverlauf bei Einführung eines Modulansatzes im Engineering (Quelle: Phoenix Contact)
Statt des individuellen Engineerings eines Einzelprojekts über den gesamten Prozess oder des häufig eingesetzten Copy-/Paste-Verfahrens sollten neue Projekte aus bestehenden, geprüften Modulen zusammengestellt werden. Moderne CAE-Systeme unterstützen die erforderlichen Abläufe und das standardisierte Vorgehen. Schon bei der Angebotserstellung ermöglicht die Modularisierung eine genaue Kostenkalkulation sowie die zuverlässigere Ermittlung von Lieferzeiten. Durch die konsequente Modularisierung ergeben sich automatisch eine Standardisierung und Gleichteilestrategie. Damit verbunden sind positive Skaleneffekte wie reduzierte Einkaufspreise und sinkende Lagerhaltungskosten.
Die optimierte Planung mittels der vier erarbeiteten Module verlangt vorab Disziplin und erzeugt Aufwände bei der initialen Generierung der Module. Durch ihre Verwendung beim Schaltschrankaufbau verringern sich allerdings der Zeitaufwand und die Kosten beim Engineering, Einkauf sowie der Erstellung, Fehlersuche und Wartung deutlich. Der Modulansatz führt mittel- bis langfristig zu signifikanten Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen bei gleichzeitiger Erhöhung der Qualität und Kundenzufriedenheit (Abb. 5).
Der beschriebene Modulansatz stellt einen Schritt in Richtung der Digitalisierung im Schaltschrankbau dar. Ziel muss es hier sein, die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Dazu bedarf es einer vollständigen, standardisierten elektronischen Beschreibung aller genutzten Komponenten und Teile. Werden sämtliche zur Verfügung stehende Produktinformationen mit modernen Software-Werkzeugen kombiniert, kann der oftmals genannte digitale Zwilling Realität werden.
Ergänzung fehlender Artikelinformationen per Mausklick
Bei ClipX Engineer handelt es sich um eine Engineering-Software für den Schaltschrankbau, die die Datendurchgängigkeit vom Schaltplan bis zum Schaltschrank optimiert. Bidirektionale Schnittstellen zu CAE-Systemen und eine automatische Klemmenleistenerstellung vereinfachen den Planungsprozess. Eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Planung und Fertigung verkürzt die Produktionszeiten im Schaltschrankbau erheblich.
In den CAE-Systemen findet die digitale Erzeugung von Schalt-, Montage- und Verdrahtungsplänen statt. ClipX Engineer setzt an diesem Arbeitsschritt an, indem die noch fehlenden Artikelinformationen für alle Phoenix Contact-Produkte mit nur wenigen Klicks ergänzen werden. Die integrierte Funktion der Autokorrektur weist dabei auf Optimierungen hin, die sich anschließend direkt umsetzen lassen. Mit der Engineering-Software kann benötigtes Zubehör, Stecker, Brücken und Markierungen, an den richtigen Stellen platziert werden. Die geplanten Klemmenleisten sind dann direkt bei Phoenix Contact bestellbar. Alternativ werden ihre digitalen Daten an die Fertigung des Kunden weitergeleitet. Außerdem lassen sich die angereicherten Daten in das entsprechende CAE-System importieren. In diesem Zuge werden sämtliche noch fehlende Artikel an den jeweiligen Anschlusspunkten hinterlegt und in die Stückliste des CAE-Systems überführt. Das reduziert zeitaufwändige Planungsaufgaben und steigert die Effizienz in der Elektroplanung.
A. Flandermeier, Bereich Product Services, V. Knack, Bereich Marketing, beide Vertical Market Management Energy, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont
www.phoenixcontact.com/modulare-systeme-stromnetze