Prozess wird mit etablierter Regelungstechnik und Sensorik gesteuert
Mit dem Eis-Energiespeicher steht nun ein Reservoir zur Verfügung, das ebenfalls in der Lage ist, Strom zu puffern - nicht direkt, aber über den Umweg von Wärmepumpen. Sie setzen im Sommer zum Beispiel Kälte ein, damit der Speicher für die Gebäudekühlung verwendbar ist. „Im Winter können sie Wärme in den Speicher zurückführen, um ihn für den eigentlichen Heizbetrieb zu regenerieren“, erklärt Matthias Unruhe. Auf diese Weise gibt es eine Verbindung zwischen elektrischer und thermischer Energie. Für Daniel Kloster, Spezialist für intelligente Gebäude- und Quartiersautomation, gehören deshalb die elektrische und die thermische Sektorenkopplung untrennbar zusammen. „Alles andere wäre zu kurz gedacht“ (Abb. 6).
In der praktischen Umsetzung überwachen die vier Viessmann-Wärmepumpen vom Typ Vitocal 300-G PRO in der Technikzentrale von G60, ob sie mit dem verfügbaren regenerativen Strom zunächst den thermischen Bedarf des dreistöckigen Gebäudes decken können. Sind sämtliche Verbraucher versorgt und der Batteriespeicher voll, speisen die Wärmepumpen den Eis-Energiespeicher. „Der außerhalb des Gebäudes liegende Puffer ist das letzte Glied in der Kette vor der Netzeinspeisung“, sagt Rainer Schmalenberg. Gesteuert wird der Prozess mit etablierter Regelungstechnik sowie allgemein erhältlicher Sensorik. „Bei allen eingesetzten Produkten handelt es sich um Großserien, was die Sektorenkopplung einfach realisierbar macht“, betont Daniel Kloster und weist darauf hin, dass „integrale Lösungen mehr denn je gefragt sind, um nicht nutzbare Energie zu erhalten“. Den Eis-Energiespeicher betrachtet Kloster als externe Speichererweiterung mit niedrigen Betriebskosten.

