Mit dynamischen Netzentgelten soll der netzdienliche Einsatz von Großbatterien angereizt werden. (Quelle: Adobe Stock)
Aktuell wird die Reform der Netzentgelte heiß diskutiert. Derzeit sind Speicher noch von Netzentgelten nach § 118 Abs. 6 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) befreit. Dafür muss jedoch eine Anschlussregelung gefunden werden. Im Rahmen des Verfahrens zur „Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom“ (AnNeS) steht die Frage im Raum, wie die Bundesnetzagentur Speichernetzentgelte künftig ausgestaltet.
Großspeicher mit umstrittenem Ruf
Zur Konsultationsfrist der Bundesnetzagentur hat der Batteriehersteller ECO STOR zusammen mit dem Berliner Analysehaus Neon Neue Energieökonomik eine Studie vorgelegt. Sie zeigt, dass marktliche Großspeicher nicht schädlich für das Netz sind, sondern schon heute netzdienliche Funktionen übernehmen. Sollten statische Netzentgelte eingeführt werden, würden sie ihr volles Potenzial zur Senkung der Netzkosten nicht entfalten. Vorgeschlagen wird hingegen eine differenzierte und dynamische Netzentgeltgestaltung.
Laut Studie verringern Batterien, die sich allein nach dem Day-Ahead-Preis optimieren, schon heute Netzengpässe. Tendenziell verringern sie damit Redispatch-Kosten bei den Netzbetreibern. Sollten statische Netzentgelte eingeführt werden, würde kein netzdienliches Verhalten der Speicher gefördert. Netzbetreiber würden zwar Einnahmen über Arbeits- und Leistungspreise generieren; aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wären statische Netzentgelte jedoch ineffizient und wohlfahrtsmindernd.
Zeit- und ortsabhängige Sonderentgelte
Gezielte Senkungswirkung bei Redispatch-Kosten hätten hingegen dynamische Netzentgelt. Vorgeschlagen werden zeit- und ortsabhängige Sonderentgelte für Batterien. Sie könnten Redispatch-Kosten um bis zu 500 Prozent stärker senken als statische Modelle.
Mit dynamischen Netzentgelten würde der marktwirtschaftliche Betrieb von Batterien nur geringfügig beeinträchtigt. Laut Studie wäre ein gesamtwirtschaftlicher Wohlfahrtsgewinn von rund 40 Prozent gegenüber dem Status Quo zu erwarten.
Die am 26. Juni 2025 vorgelegte Studie ist hier abrufbar.