Ein Mann steht neben einem Kasten, in den ein Rohr zur Prüfung eingeführt wird.

Dr. Jürgen Kress, Global Head of Product Development bei Brugg Pipes, vor dem neuen Messgerät in der Produktion in Kleindöttingen (Quelle: Brugg Pipes)

Mit der Umsetzung der EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184 wurde auch die deutsche Trinkwasserverordnung angepasst. Für Brugg Pipes bedeutete dies, dass die Innenrohre ihrer Trinkwasserrohrsysteme faktisch mit einer sauerstoffdiffusionsdichten Aluminiumschicht versehen sein müssen, um das Eindringen von möglichen Substanzen zu verhindern. Diese zusätzliche Metallschicht blockierte jedoch die Röntgenstrahlung bei der Qualitätsprüfung, wodurch das bisherige Prüfverfahren in der Produktion in Kleindöttingen nicht mehr anwendbar war.

„Unsere flexiblen Rohrsysteme werden während der Produktion kontinuierlich geröntgt, um sicherzustellen, dass die Innenrohre korrekt positioniert sind“, erklärt Dr. Jürgen Kress, Global Head of Product Development bei Brugg Pipes. „Mit der Aluminiumschicht funktioniert das bisherige Röntgensystem nicht mehr. Daher mussten wir innovativ werden.“

Das neue Prüfsystem nutzt die Terahertz-Strahlung, eine nicht-ionisierende und daher gesundheitlich unbedenkliche Strahlung. Gemeinsam entwickelten Brugg Pipes und Fraunhofer ITWM ein spezielles Messgerät: Ein rotierender Messkopf tastet das Rohr 50-mal pro Sekunde ab und erstellt ein exaktes Bild der Zentrizität des Innenrohrs – selbst bei komplexen Rohrkombinationen mit mehreren Leitungen. Der Messkopf fährt dabei auf einer rotierenden Schiene um das Rohr und liefert präzise Daten zur Schaumverteilung und Positionierung im Rohr.

Die neue Prüftechnologie ist auf der Produktionslinie Calpex-Linie 1 erfolgreich im Einsatz. Weitere Linien sollen mittelfristig damit ausgestattet werden. Das gemeinsam mit dem Fraunhofer ITWM entwickelte Verfahren ist zum Patent angemeldet. 

EHP-Redaktion

Ähnliche Beiträge