Vier Männer hinter großen silbernen Rohren mit großen blauen Absperrarmaturen

Das Klinikum Bremen-Nord wird über das neue Wärmenetz von Enercity Contracting mit Fernwärme versorgt, die zu 80 % aus thermischer Abfallverwertung stammt (Quelle: Martin Rospek)

Das Krankenhaus gehört zu den ersten Großabnehmern des Netzes, das Enercity Contracting seit Anfang 2025 in den Stadtteilen Blumenthal und Vegesack errichtet. Die Wärmeversorgung in den beiden Stadtteilen wird bislang überwiegend durch Erdgas geprägt. Der Anschluss des Klinikums zeigt beispielhaft, wie sich auch große und energieintensive Liegenschaften auf eine weitgehend fossilfreie Wärmeversorgung umstellen lassen. 

Grundlage der neuen Wärmeversorgung ist unvermeidbare Abwärme aus der thermischen Abfallverwertung. Dafür kooperiert die Enercity Contracting Nord GmbH mit der hkw Blumenthal GmbH. Diese stellt die Wärme am Heizkraftwerk bereit und sichert deren Verfügbarkeit. Enercity Contracting übernimmt die Wärme und verteilt sie über das Wärmenetz an ihre Kunden in Bremen-Nord. 

Klimaschutz und sichere Energieversorgung

Jan Fries, Staatsrat für Umwelt, Klima und Wissenschaft: „Mit dem Anschluss an die Fernwärme zeigt das Krankenhaus, wie Klimaschutz und sichere Energieversorgung zusammen funktionieren können. Es ist ein starkes Signal, dass das Krankenhaus, als Teil der kritischen Infrastruktur, seinen direkten Einsatz fossiler Energieträger deutlich reduzieren kann.“

„Mit der Umstellung auf Fernwärme hat das Klinikum eine langfristig sichere und zukunftsfähige Wärmeversorgung. Der mehrwöchige Testbetrieb war erfolgreich, wir sind nun stabil am Netz. Das ist ein echter Meilenstein“, sagt die geschäftsführende Krankenhausdirektorin Vivien Voigt. „Bisher haben wir vor allem Gas zur Wärmegewinnung genutzt. Die Umstellung auf Fernwärme ist für uns ein Riesenschritt in Sachen CO2-Neutralität“, ergänzt Eduard Gallwas, Objektleiter des Technik- und Gebäudemanagements im Klinikum Bremen-Nord.

„Mit dem Anschluss des Klinikums Bremen-Nord zeigen wir, wie vorhandene lokale Wärmepotenziale effizient genutzt werden können. Statt Abwärme ungenutzt an die Umgebung abzugeben, wird sie künftig für die Wärmeversorgung einer wichtigen Einrichtung der Daseinsvorsorge eingesetzt“, sagt Dr. Manfred Schüle, Geschäftsführer von Enercity Contracting.

Weitere Anschlüsse in Vorbereitung

Die Versorgung des Klinikums markiert den erfolgreichen Abschluss des ersten Bauabschnitts des neuen Wärmenetzes. Künftig sollen weitere Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Wohnquartiere die verfügbare Abwärme aus dem Heizkraftwerk Blumenthal nutzen können. Im Rahmen der nächsten Bauabschnitte ist der Anschluss mehrerer Schulen sowie weiterer öffentlicher Liegenschaften in Blumenthal und Vegesack geplant. Die Bauarbeiten beginnen Anfang 2027. 

EHP-Redaktion

Ähnliche Beiträge