Biogasanlage mit Biomethanerzeugung (Quelle: Hochreiter)
Im Jahr 2022 wurden aus Erdgas rd. 870 000 GWh als Energieträger für verschiedene Anwendungen bereitgestellt. Mit dem Ausstieg aus Atom- und Kohleenergie wird der Bedarf an Gas in den nächsten Jahren steigen. Bis Wind- und Sonnenenergie ausgebaut, grüner Wasserstoff in Europa produziert oder aus arabischen/afrikanischen Ländern importiert, Gasnetze und Heizungen auf Ready4H2 umgerüstet sind, wird der Energieträger Biomethan eine bedeutende Brückentechnologie sein.
Zur Einhaltung der Klimaziele ist es oberstes Ziel, nicht einfach vom russischen Erdgas auf fossiles Gas aus anderen Ländern umzusteigen, sondern mittelfristig das Netz mit grünem Gas zu füllen. Aufgrund des geplanten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) müssen Energieversorger in naher Zukunft unweigerlich mit höheren Nachfragen von Kunden nach Biomethan rechnen [1;2].
Biomethan kann durch Methanisierung erzeugt werden, bei der Grüner Wasserstoff aus Elektrolyse (Power-to-Gas) mit dem klimawirksamen Kohlendioxid umgesetzt wird, das bei anderen Prozessen als Nebenprodukt anfällt und so nicht in die Atmosphäre gelangt. Dazu müssen erst Anlagen und Infrastruktur aufgebaut werden.
Ein zweiter, schnellerer Weg dagegen ist die Veredelung von Biogas, bei der durch verschiedene Reinigungsschritte der Methangehalt erhöht wird. Gegenüber der Vor-Ort-Verstromung des erzeugten Biogases ist dessen Aufbereitung zu Biomethan und Einspeisung vor allem hinsichtlich Speicherfunktion, Wärmenutzung, Vermarktungsflexibilität und Nachhaltigkeit als vorteilhafter anzusehen [3].
Nach dem aktuellen EU-Biomethan-Aktionsplan sollen bis zum Jahr 2030 350 000 GWh Biomethan statt bislang 30 000 GWh produziert werden [4]. Dies soll vor allem in den Sektoren Wärme und Verkehr zum Erreichen der Klimaneutralität dienen (Bild 1).
Einen intelligenten Beitrag zum ambitionierten Plan der EU-Kommission zur Erhöhung der Methanproduktion liefert die im Folgenden beschriebene Idee der beiden Akteure Stadtwerke Rosenheim und Biogas Hochreiter, ohne dass weitere landwirtschaftliche Nutzflächen an Energiepflanzen verloren gehen.