Sachsen-Energie-Vorstand Dr. Axel Cunow (l.) und Jan Pratzka, Beigeordneter für Wirtschaft, Digitales, Personal und Sicherheit der Landeshauptstadt Dresden, vor der neuen Wärmepumpe in der Dresdner Friedrichstadt (Quelle: Sachsen-Energie)
Das Projekt ist Teil des Modellprojekts Smart City Dresden und verbindet erneuerbare Wärmeerzeugung mit digitaler Netzsteuerung. Durch die schrittweise Digitalisierung des nachgelagerten Fernwärmenetzes werden Betriebs- und Verbrauchsdaten erfasst und ausgewertet. Auf dieser Grundlage entsteht ein digitales Abbild des Netzes, das eine präzisere Steuerung der Wärmeversorgung ermöglicht.
Ziel ist es, die Versorgung stärker am tatsächlichen Bedarf auszurichten, Netztemperaturen gezielt abzusenken und den Betrieb insgesamt effizienter zu gestalten. Gleichzeitig liefern die Daten eine Grundlage für Prognosen des künftigen Wärmebedarfs im Quartier.
Jan Pratzka, Beigeordneter für Wirtschaft, Digitales, Personal und Sicherheit der Landeshauptstadt Dresden, erklärt: „Die Besonderheit dieses Projekts liegt in der Verbindung von Digitalisierung und erneuerbarer Wärme. Erst durch die intelligente Nutzung von Daten wird eine wirklich bedarfsgerechte und effiziente Steuerung der Wärmeversorgung möglich. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimagerechten Fernwärme in Dresden.“
Dekarbonisierung und Digitalisierung
Die modulare Großwärmepumpe wandelt Umweltwärme in Fernwärme um und speist diese in das lokale Netz ein. Damit wird das Wohnquartier dezentral versorgt. Ein zusätzlicher Wärmespeicher sorgt dafür, dass die erzeugte Wärme flexibel und je nach Bedarf genutzt werden kann. Dadurch wird die Wärmeerzeugung vom aktuellen Verbrauch entkoppelt und der Netzbetrieb insgesamt effizienter.
Sachsen-Energie-Vorstand Dr. Axel Cunow betont die Notwendigkeit solcher Projekte auf dem Weg zu einer Dekarbonisierung der Fernwärme: „Nur mit solchen dezentralen Anlagen wie dieser wird es uns gelingen, Schritt für Schritt das Dresdner Fernwärmenetz zu ergrünen. Möglich wird das durch Förderprogramme und starke Partner, die für ein intelligentes Datenmanagement sorgen. Dekarbonisierung und Digitalisierung müssen immer Hand in Hand gehen, um langfristige Effekte zu erzielen. Ich danke der Stadt Dresden für die gute Zusammenarbeit auf diesem klimafreundlichen Weg.“
Modellprojekt mit Vorbildcharakter
Das Projekt hat Modellcharakter und ist auf weitere Quartiere, Netzgebiete und Städte übertragbar. Es unterstützt damit die langfristigen Ziele einer klimaneutralen, effizienten und wirtschaftlichen Wärmeversorgung in Dresden.
Das Vorhaben ist als Einzelmaßnahme „Sektorkopplung“ Teil des Förderprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Mit der Umsetzung wurde Sachsen-Energie beauftragt. Die Anlage ging im November 2025 in Betrieb, der Ausbau der digitalen Netzabbildung wurde Ende 2025 abgeschlossen.