Neun Männer stehen vor einer Wand mit zwei dicken Rohren und halten jeweils einen mit Sand gefüllten Spaten in der Hand; im Vordergrund ist ein Sandhaufen

Symbolischer Spatenstich für den Bau einer Fernwärmeleitung zur Nutzung der Abwärme der Raffinerie in Leuna für die Leipziger Wärmeversorgung (Quelle: Leipziger Gruppe)

Die Nutzung der industriellen Abwärme, die bisher ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben wurde, trägt entscheidend zur Dekarbonisierung der Leipziger Wärmeversorgung bei. Die Leipziger Stadtwerke können damit zukünftig rund 40 % des aktuellen Fernwärmebedarfs in Leipzig decken. Dies entspricht der Wärmeversorgung von etwa 100.000 Wohnungen und sichert langfristig eine stabile und klimaschonende Versorgung für die Leipziger.

Die Total-Energies Raffinerie baut gleichzeitig ein neues, internes Wärmesystem, das aus 15 km Rohrleitungen und zahlreichen neuen Wärmeübertragern in den Prozessanlagen zur Wärmerückgewinnung besteht. Die gewonnene Wärme wird über dieses interne System bis zur Übergabestation der Stadtwerke Leipzig transportiert. 

In gut zwei Jahren soll die erste Wärme nach Leipzig geliefert werden. Mit dieser länderübergreifenden Sektorenkopplung werden in den nächsten 20 Jahren rd. 3 Mio. t CO2 eingespart und Arbeitsplätze in Mitteldeutschland langfristig gesichert. Beide Unternehmen investieren für dieses Vorhaben in Summe über 230 Mio. €. 

Fernwärmeleitung verbindet über Landesgrenzen hinweg

„Die neue Fernwärmeleitung zeigt, dass Projekte gegen den Klimawandel nicht an Landesgrenzen enden müssen“, betont Dirk Panter, Wirtschaftsminister des Freistaats Sachsen. „Das Projekt verbindet auf kluge Weise Ressourceneffizienz und Klimaschutz mit der zukunftsweisenden Zusammenarbeit unserer Unternehmen in Mitteldeutschland. Ich freue mich über das Engagement der Leipziger Stadtwerke und von Total-Energies, denn es sind solche Leuchtturmprojekte, die den Strukturwandel in der Region aktiv vorantreiben.“

„Heute ist ein guter Tag für Sachsen-Anhalt und Sachsen, für Leuna und für die Stadt Leipzig“, so Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig. Mit dem Spatenstich für das Projekt setzten die Partner ein starkes Zeichen für die Zukunft der Region. „Dieses Projekt zeigt, wie internationale, länder- und kommunenübergreifende Zusammenarbeit geht, um urbane Energieversorgung, Chemische Industrie und Nachhaltigkeit auf intelligente Art und Weise gemeinsam voranzubringen. Was hier zusammenwächst, ist mehr als eine technische Leitung: Es ist eine Verbindung zwischen Regionen, zwischen Chemiepark und Stadtgesellschaft, zwischen Klimaschutz und verlässlicher Energieerzeugung.“

Meilenstein für kommunale Wärmewende

Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, unterstreicht: „Der Bau dieser Leitung ist ein Meilenstein für die kommunale Wärmewende in Leipzig. Unser Ziel ist es, unsere Fernwärmeerzeugung so schnell wie möglich CO2-neutral zu gestalten.“ Die Abwärme aus der Raffinerie von Total-Energies sei dabei derzeit der größte Hebel, um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen. Das Projekt sichere nicht nur eine nachhaltige Wärmeversorgung für hunderttausend Leipziger Haushalte, sondern auch langfristige Planungssicherheit für die Kunden der Leipziger Stadtwerke.

Thomas Behrends, Geschäftsführer der Total-Energies Raffinerie Mitteldeutschland, betont: „Mit diesem Projekt setzen wir als Raffinerie ein starkes Zeichen für die Zukunft der Energieversorgung in der Region und übernehmen Verantwortung für die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit. Unsere Raffinerie verfolgt eine ambitionierte Dekarbonisierungs-Roadmap mit dem Ziel, die CO2-Emmissionen bis 2030 um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Dieses Projekt ist ein weiterer konkreter Schritt auf diesem Weg.“

EHP-Redaktion

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